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Ein Pfad führt über eine grüne Alm
Ein Junge gießt Pflanzen, die in einer Holzkiste wachsen
Eine Seilbahngondel schwebt über eine dicht bebaute Stadt

VCD aktiv 5/2023

BDV

Alle Zeichen auf Zukunft

Was kommt als Nächstes – beim Deutschlandticket und im VCD? Um diese Fragen ging es bei der diesjährigen Bundesdelegiertenversammlung.

Gruppenfoto von vier Männern und drei Frauen
Jan LangenheinDer VCD-Bundesvorstand (v. l.): Thomas J. Mager, Andreas Weinrich, Sylvia Lier, Monika Zimmermann, Matthias Kurzeck, Kerstin Haarmann und Martin Tönnes

Anfang November versammelten sich VCD-Delegierte, der Bundesvorstand sowie Mitarbeiter*innen der Bundesgeschäftsstelle zur jährlichen Bundesdelegiertenversammlung (BDV) in Lutherstadt Wittenberg (Sachsen-Anhalt). Auf der Agenda stand neben wichtigen politischen Themen, insbesondere dem Deutschlandticket und der Weiterentwicklung des Bus- und Bahnangebots, vor allem auch die zukünftige Entwicklung des VCD.

So entschieden die Delegierten, im kommenden Jahr den Transformationsprozess für einen „VCD 4.0“ zu starten, zu dem unter anderem neue Strategien zur Mitgliedergewinnung und zur Überführung des VCD in ein digitales Zeitalter gehören.

Angeregt vom VCD-Bundesvorstand, sprachen die Delegierten außerdem intensiv über das Thema „Jung im VCD“, denn für einen zukunftsfähigen Verein müsse die jüngere Generation gestärkt werden. Die Delegierten beschlossen unter anderem, dass bei zukünftigen Vorstandswahlen mindestens ein neues Vorstandsmitglied maximal 35 Jahre alt sein solle. Zudem soll eine Jugendorganisation des VCD gegründet werden, und Gliederungen sollen die Bildung von lokalen jungen Gruppen fördern und unterstützen.

Nicht nachlassen beim Deutschlandticket

Nachdem die BDV am Samstagmorgen mit einer Podiumsdiskussion zum Thema ÖPNV im ländlichen Raum gestartet war, stand auch das Deutschlandticket immer wieder im Zentrum der Gespräche. Der VCD hatte sich 2023 massiv für dessen Ein- und Fortführung eingesetzt – unter anderem mit einer Unterschriftenaktion gemeinsam mit Campact, an der sich knapp eine halbe Million Menschen beteiligten.

Zum Abschluss der Tagung verabschiedeten die VCD-Delegierten daher die Resolution „49 Euro – Deutschlandticket für alle! – Allen Menschen ökologische Mobilität ermöglichen“. Darin fordern sie die Politik auf, das Deutschlandticket als wichtigen Schritt zur ökologischen und sozialen Verkehrswende nicht zu gefährden.  

Kerstin Haarmann, die VCD-Bundesvorsitzende, kommentierte: „Olaf Scholz muss das Überleben des Deutschlandtickets zur Chefsache machen. Er muss die Finanzierung sichern und dafür sorgen, dass es zusammen mit dem gesamten System des öffentlichen Verkehrs weiterentwickelt wird. Ökologische und für alle bezahlbare Mobilität kann es nur mit sozialen Tarifen und einem massiven ÖPNV-Ausbau geben. Ein billiges Ticket allein hilft nicht, wenn der Bus nicht kommt.“

Die Resolution der Delegierten mahnt außerdem an, das Deutschlandticket in Zukunft sozial gerecht auszugestalten, denn 49 Euro sind für viele Familien und Menschen mit wenig Geld nicht bezahlbar. Der VCD fordert daher, dass Kinder unter 14 Jahren den ÖPNV kostenlos nutzen dürfen, sowie die Einführung eines Jugend- und Sozialtickets für maximal 29 Euro.

Haarmann fasste die Forderungen des VCD deutlich zusammen: „Je weiter wir die Verkehrswende verschleppen, desto disruptiver, schwieriger und teurer wird sie. Die nötigen Investitionen für mehr Lebensqualität, sozialen Zusammenhalt und Klimaschutz müssen jetzt endlich kommen!“

Katharina Baum

fairkehr 5/2023