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VCD aktiv 5/2022

VCD-Aktivenwettbewerb

Hingucker und Lieblingspreis

Ein Wahl-Check und der Einsatz für einen barrierefreien Busbahnhof haben VCD-Auszeichnungen bekommen.

Mit viel Herz gegen den Irrsinn: Trotzdem wurde der frisch gebaute Busbahnhof in Lübbecke für Parkplätze abgerissen.

Jedes jahr zeigen die Preisträger*innen beim VCD-Aktivenwettbewerb: VCD-Gruppen können mit beharrlichem Engagement viel bewegen. Dieses­ Mal haben neben der Jury auch die VCD-Mitglieder abgestimmt und ihren „Lieblingspreis“ gewählt. Der geht an den VCD Braunschweig. Die Aktiven hatten zur Kommunal- und Oberbürgermeister*innen-Wahl im September 2021 Informationen für Wähler*innen in Wahlprüfsteinen zusammengetragen und eine Podiumsdiskussion organisiert. Bereits vorher war der VCD auf die anderen Mobilitätsverbände in der Stadt zugegangen und hatte gemeinsame Initiativen gestartet. Auf diese gebündelte Kraft konnte der VCD zurückgreifen: Gemeinsam mit ADFC und dem Aktionsbündnis für bessere Mobilität in Braunschweig MoVeBS fragte er die Parteien nach ihren Positionen zu Radverkehr, Zufußgehen, Bus und Bahn, Verkehrssicherheit, Klimaschutz, Städte für Menschen. Die Ergebnisse veröffentlichte der VCD auf einer extra Internetseite.  Anschließend organisierten die Aktiven eine Podiumsdiskussion mit den drei aussichtsreichsten Oberbürgermeister-Kandidierenden von SPD, CDU und Grünen. Unter herausfordernden Pandemie-Bedingungen: Vor Ort waren nur wenige Zuschauer*innen erlaubt. Deshalb übertrug der VCD Braunschweig die Diskussion per Livestream bei Youtube. „Bei der Podiumsdiskussion konnten wir auf die Wahlprüfsteine zurückgreifen und viel nachhaken“, sagt Vorsitzender Frank Tristam. „Uns wurde die beste Podiumsdiskussion im gesamten Wahlkampf bescheinigt. Auch von den Kandidierenden selbst.“

VCD zeigt realen Irrsinn auf

Die Jury des VCD-Aktivenwettbewerbs hat erstmals auch die Auszeichnung „Unser Hingucker“ vergeben: an den VCD Minden-Lübbecke Herford. Die VCD-Aktiven schafften es mit ihrem jahrelangen Einsatz gegen den Abriss des Busbahnhofs Lübbecke in die NDR-Satiresendung Extra3. Der Beitrag in der Rubrik „Realer Irrsinn“ macht die Absurdität deutlich: Die Stadt zerstörte 2021 den erst 2012 gebauten Zentralen Busbahnhof (ZOB) – für Parkplätze neben einem Einkaufszentrum. Der Bau des ZOB Westertor hatte 500 000 Euro gekostet, 80 Prozent waren Fördergelder vom Land NRW. 2019 bekam der ZOB Lübbecke beim VCD-Haltestellencheck die Note „sehr gut“ (fairkehr berichtete 4/2020). Mit der Aktion machten die VCD-Aktiven auf die Bedeutung des ZOB aufmerksam. Und sie blieben dran: Sie sammelten Unterschriften für den ZOB und klagten erfolgreich gegen den Bebauungsplan. Daraufhin veränderte die Stadt die Pläne geringfügig: Mittlerweile ist der ZOB Westertor abgerissen und mit einem Parkplatz überbaut. Die Stadt baute ersatzweise Bushaltestellen 50 Meter weiter an einer Hauptverkehrsstraße. Dagegen klagt der VCD nun erneut, denn: „Die neuen Haltestellen sind beim Umsteigen nicht barrierefrei zugänglich“, sagt Uwe Hartmeier, VCD-Aktiver in Lübbecke. „Für Anschlüsse müssen Fahrgäste zudem über die viel befahrene Straße hetzen. Wir wollen einen echten Busbahnhof an dieser oder einer anderen Stelle.“ Der VCD rechnet mit der Gerichtsverhandlung im Sommer 2023.

Kirsten Lange 

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fairkehr 5/2022