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Magazin 5/2022

Wohnen und Mobilität

Charta „Intelligente Mobilität im Wohnquartier“

Eine Collage aus Wohngebäuden und diversen verkehrsmitteln mit Menschen.
Fotomontage: VCD

Sobald wir vor die eigene Haustür treten, entscheiden wir, mit welchem Verkehrsmittel wir am besten an unser nächstes Ziel kommen. Setzen wir uns in das eigene Auto und treten aufs Gaspedal? Stehen uns klimaschonende Alternativen wie Bus, Bahn, Rad oder Sharing-Dienste zur Verfügung? Oder laden breite Fußwege dazu ein, den Weg zu laufen? Wenn Wohnen und Mobilität zusammen geplant werden, können wir die massive Umweltbelastung beider Sektoren verringern. Damit Menschen in der Stadt und auf dem Land intelligent mobil sein können, braucht es ein Mobilitätsangebot, das nicht nur ökologisch, sondern auch sozial gerecht, sicher, inklusiv, flexibel und wirtschaftlich ist. Deshalb hat der VCD gemeinsam mit Wohnungsunternehmen, Kommunen, Mobilitätsdienstleistern, Architekt*innen und Stadtplanenden die Charta „Intelligente Mobilität im Wohnquartier“ auf den Weg gebracht.

Die Charta zeigt auf, wie intelligente Mobilität im Wohnquartier erfolgreich umgesetzt werden kann, wenn die relevanten Akteur*innen kooperieren. Rund 50 Wohnungsunternehmen, Kommunen, Planende und Mobilitätsdienstleister haben die Charta schon unterzeichnet. Damit bekennen sie sich dazu, in ihren Projekten klimafreundliche Mobilitätsangebote einzuplanen und bereitzustellen. Denn nur wenn Bus, Bahn und Sharing-Dienste gut erreichbar und kostengünstig sind, werden Bewohner*innen sie dauerhaft in ihren Alltag integrieren. Das gemeinsame Ziel der Charta-Autor*innen  ist eine nahe Zukunft, in der alle Menschen problemlos ohne eigenes Auto bequem von A nach B kommen.

Zudem stellt die Charta Forderungen an Bund und Länder, die Rahmenbedingungen so zu verändern, dass Wohnungsunternehmen, Architekt*innen und Co. autoarme und freie Wohngebiete oder Quartiere mit einer Mischnutzung leichter realisieren können. Denn diese bieten den Bewohner*innen eine hohe Lebensqualität und die Quartiere werden wirtschaftlich aufgewertet. So garantiert die „Stadt der kurzen Wege“, dass Schule, Arbeit, Einkaufsmöglichkeiten und Arztpraxen fußläufig erreichbar sind. Das Leitbild der „Vision Zero“, also null Verkehrstote, erhöht die Sicherheit für Jung und Alt im Quartier, zum Beispiel, indem innerorts Tempo 30 umgesetzt wird. Der öffentliche Raum wird nicht länger von flächenfressenden Blechkolonnen dominiert, stattdessen gehört die Straße den Menschen. Sie wird zum Raum für Begegnung und Erholung, zum Spielen und für Veranstaltungen. Durch weniger Autoverkehr bleibt mehr Platz für Grünflächen, breite Fuß- und Radwege, zahlreiche Sharing-Angebote, von E-(Lasten-)Rädern bis zu E-Autos, und eine gute Bus- und Bahnanbindung.

Gemeinsam mit dem VCD gestalten die Unterzeichnenden der Charta eine lebenswerte Zukunft für alle Menschen und setzen genau dort an, wo drei Viertel unserer Wege beginnen: an der eigenen Haustür.

Die Charta im Wortlaut und weitere Informationen zum VCD-Projekt „Wohnen und Mobilität“ finden Sie unter intelligentmobil.de

fairkehr 5/2022