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Kopenhagen

Stadt mit Stil

Die dänische Hauptstadt ist einer der lebenswertesten Orte der Welt: Alle fahren Fahrrad, es gibt richtig gutes Essen, coole Cafés und Läden, nordisches Design und spannende Architektur.

Foto: nantonov/istockphotoLeicht und traumschön: Radfahren am Nyhavn im Zentrum Kopenhagens...

Wenn Sie das nächste Mal nach Kopenhagen fahren, packen Sie ein Sommerkleid ein. Reisen Sie nicht nur mit Jeans, Allwetterjacke und Outdoor-Schuhen an, nur weil es nach Skandinavien geht. In Kopenhagen radeln die Dä­ninnen vom ersten Sonnenstrahl bis zum Sturm im Winter in stylischen Kleidern und schicken Mänteln durch ihre schöne Stadt. Wenn Sie in dieser Gesellschaft zu viel Wert auf rein funktionelle Kleidung legen, fühlen Sie sich am Ende eher wie ein Trampeltier unter Elfen.

Insider-Tipp: Wenn es kühl wird, trägt die Dänin warme Wäsche unterm Kleid. Für die Männer: Kurze Hosen sind okay. Nebenbei scheint die Sonne sowieso viel öfter aus königinnenblauem Himmel als gedacht.

Die eigenen Fahrräder bringen wir am liebsten mit, obwohl es nicht nötig ist. Jedes Hotel hält einen Ständer voller Räder für die Gäste bereit. E-Bikes gibt es an vielen öffentlichen Stationen zum Ausleihen. Schließlich sollen Besucher*innen überall mit dem Rad hinfahren, so wie es die Einheimischen auch tun. Die vielen breiten und bestens vernetzten Radwege und -brücken machen das Radfahren zu einem besonderen Vergnügen und zum schnellen Verkehrsmittel. Nicht umsonst wurde Kopenhagen mehr­fach zur besten Fahrradstadt der Welt gekürt.

Foto: Daniel Rasmussen...oder übers Wasser auf einer der Fahrradbrücken.

Auf das Wie kommt es an

Aber auch hier: Die Dän*innen radeln nicht wie wir dickbereift und vollgefedert. In der Weltfahrradhauptstadt pflegen die Leute ihren eigenen Cycle-Chic: Sie fahren leichte, elegante Retro-Räder, segeln auf schlanken Reifen übers Kopfsteinpflaster, meistens mit Körbchen vorn für leichte Einkäufe – oder sie fahren Lastenrad mit der halben Familie drin oder der Kiste Bier für den Ausflug ins Grüne. Dagegen sehen unsere Elektroräder einer soliden deutschen Fahrradmanufaktur wie SUVs aus – was sie ja auch sind. Ein bisschen Trampelfaktor darf aber sein.

Mit einem Fahrradausflug, egal in welches Viertel der Stadt, machen Sie nie etwas verkehrt. Radeln Sie zum Hafen, springen Sie an der Oper zum Baden ins Wasser, die Wasserqualität ist überall gut. Schauen Sie sich die neuen Wohnviertel an den Kanälen im Stadtteil Sluseholmen an, wo die Bewohner*innen leben wie in Venedig, mit eigenen Bootsstegen und Terrassen auf dem Wasser – Autos sieht man keine. Machen Sie viele Pausen in den gemütlichen Cafés, essen Sie die besten Smörrebröds und staunen Sie, wie viel Belag auf eine dünne Scheibe Roggenbrot passt. Natürlich müssen Sie auch dem Zimtgeruch in eine dänische Bäckerei folgen.

Sorgen Sie für etwas Puffer auf Ihrer Kreditkarte, denn mit Bargeld zahlt niemand mehr und Kopenhagen ist nicht preiswert. Es gibt aber tolle Street-Food-Märkte, auf denen Sie zu erschwinglichen Preisen essen und sich ganz wunderbar unters Volk mischen können. Das Leben scheint in Kopenhagen bunter und leichter zu sein, ein Gefühl, das sich schnell überträgt.

Uta Linnert

Infos und Tipps

Viele Infos bietet die dänische Touristenwebsite Visit Denmark

Mit dem Super Sparpreis Europa der Deutschen Bahn kommen Sie schon ab 28,90 € nach Kopenhagen; Fahrradmitnahme möglich.

Buchtipp: 500 Hidden Secrets Kopen­hagen – Die besten Tipps und Adressen der Locals, Bruckmann Verlag 2020, 264 Seiten, 16,99 Euro.

fairkehr 4/2021