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Magazin 4/2020

Österreich

„Schwammstadt“ gegen Regen und Hitze

Österreichs Städte passen sich dem Klimawandel an.

Lockerer, poröser Untergrund bietet Stadtbäumen Raum zum Wurzeln und trotzdem Stabilität für Fuß- und Radwege oder Straßen.

Hitzesommer, Starkregen – extreme Wetterphänomene treten immer häufiger auf und treffen die Städte besonders hart. Weil große Flächen zubetoniert oder bebaut sind, kann kaum Wasser natürlich versickern.

Im österreichischen Graz wurde deshalb 2017 die sogenannte Schwamm-Allee angelegt. Über 100 neue Bäume wurden in einen speziellen Boden gepflanzt. Dieser besteht aus einem porösen Substrat, das Wasser besonders gut speichern kann – wie ein Schwamm. Das Konzept entlastet nicht nur die Kanalisation bei starken Regenfällen, sondern hilft auch bei Hitze. Die Bäume haben in dem porösen Untergrund mehr Platz zum Wurzeln und leichten Zugang zu Wasser. Sie wachsen schneller, sind gesünder und spenden dadurch der Umgebung Schatten. An heißen Tagen verdunstet Wasser aus dem Substrat und hilft so, die Straße weiter abzukühlen. Beim „Schwammstadt“-Prinzip versickert Wasser nicht nur über die Grünflächen, sondern auch Fuß- und Radwege, Parkplätze oder Straßen werden möglichst durchlässig gestaltet. So kann mehr Regenwasser zwischengespeichert werden.

In Österreich findet das Grazer Konzept großen Anklang: In der Seestadt Aspern, einem Neubaugebiet in Wien, wurde das Konzept der „Schwammstadt“ von Anfang an mitgedacht und wird jetzt nach und nach umgesetzt.

Auch anderswo hat sich das Konzept bereits etabliert. Neben Städten wie Stockholm ist vor allem China Vorreiter. Dort gibt es seit 2015 die „Sponge city“-Initiative, ein landesweites Projekt, um Großstädte resistenter gegenüber starken Regenfällen zu machen.

fairkehr 4/2020