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VCD aktiv 2/2020

VCD Aktivenwettbewerb

Zug nach Posen

Für seinen Einsatz für die Bahnverbindung Leipzig–Cottbus– Poznań hat der VCD Cottbus mehrere Preise gewonnen.

Mit der Bahn von Leipzig über Cottbus nach Posen, dem heutigen Poznań in Polen – das soll bald wieder so gut gehen wie vor 150 Jahren.

5 000 Euro und die Auszeichnung als Flaggschiffprojekt: Die VCD-Kreisgruppe Cottbus kann sich dank ihres Einsatzes für einen besseren Zugverkehr zwischen Deutschland und Polen auch über politische Anerkennung freuen. Beim Wettbewerb „Flaggschiffprojekte des Gemeinsamen Zukunftskonzepts 2030“ des Bundesinnenministeriums und des polnischen Ministeriums für Investition und Entwicklung war der­­ VCD Cottbus unter den fünf Gewinnern. Das gemeinsame Zukunftskonzept für die deutsch-polnische Grenzregion zeigt auf, wie die Region auf beiden Seiten der Oder und der Lausitzer Neiße im Jahr 2030 aussehen soll. Mit dem Wettbewerb zeichneten die Ministerien Projekte aus, die dazu beitragen, dass dieses Zukunftskonzept Wirklichkeit wird.

Die VCD-Kreisgruppe erarbeitete ein Konzept, das zeigt, wie der Verkehr auf der vor 150 Jahren eingeweihten Bahnstrecke Leipzig–Cottbus–Poznań wiederbelebt werden könnte. Sie war nach 1945 zerstört und nur notdürftig repariert worden. Zurzeit fahren auf der eingleisigen und nicht vollständig elektrifizierten Strecke nur wenige Güterzüge. Der meiste Verkehr geht über die 60 Kilometer längere Verbindung von Berlin nach Poznań.

Für seine Planung holte der VCD auch polnische Partner ins Boot. Die 5 000 Euro Preisgeld wollen die Aktiven in Aktionen investieren. So soll in diesem Sommer eine Sonderzugfahrt von Cottbus nach Zbąszynek, einer Stadt kurz vor Poznań, stattfinden. Politik und Wirtschaft wollen sich vom Nutzen der Strecke für die gesamte Region überzeugen.

Engagiert sich für mehr Bahnverkehr: Dieter Schuster, Vorstand des VCD Brandenburg.

Gesetz sieht Ausbau vor

Für ihren Erfolg beim deutsch-polnischen Zukunftswettbewerb wurde die VCD-Kreisgruppe Cottbus auch VCD-intern ausgezeichnet: mit dem zweiten Platz im bundesweiten VCD-Aktivenwettbewerb.
Dieter Schuster, Vorstandsmitglied des VCD Brandenburg und Sprecher des VCD Cottbus, ist zuversichtlich, dass die alte Magistrale aus dem mitteldeutschen Raum nach Polen in zehn Jahren wieder für den Verkehr ausgebaut sein wird. Denn zwischen der Grenzstadt Guben und dem polnischen Czerwieńsk (bis 1945 Rothenburg) klafft lediglich eine 58 Kilometer lange Lücke, die noch nicht elektrifiziert wurde. „Auf deutscher Seite sind es sogar nur zwei Kilometer vom Bahnhof Guben bis zur Neißebrücke“, sagt VCD-Vorstand Schuster.

Immerhin steht ein solcher Lücken­schluss auf deutscher Seite im Strukturstärkungsgesetz für die Kohleregionen. „Auch in Polen besteht großes In­teresse an einer Reaktivierung der Strecke“, sagt Schuster. Wie schnell das gehe, so der 79-Jährige, hänge auch  da­von ab, ob VW mit­ziehe. Der Auto­hersteller hat in Poznań ein Werk. Schuster machte dem VW-Vorstand in einem Brief deutlich, wie VW von der Bahn­ profitieren würde. Eine Antwort steht noch aus. In einem ist sich Schuster aber sicher: Die Zugstrecke würde Leipzig, Cottbus, Poz­nań sowie die Lausitz enorm stärken.

Kirsten Lange

fairkehr 1/2020