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Service 1/2020

Erfahrungsbericht

Bromptonaut im Alltag

Pendlerwege enden nicht am Bahnhof. Das eigene Fahrrad mitzunehmen ist in vollen Zügen zu Stoßzeiten aber schwierig. Falträder sind eine Lösung für die letzte Meile.

Markus Cousin (48) lebt in Bonn und nutzt sein Faltrad privat, dienstlich und im Urlaub – vor allem in Kombination mit der Bahn.

Einmal im Monat fahre ich für ein Wochenende zu meinem Vater. Ein Auto besitze ich nicht, also reise ich mit dem Zug von Bonn an den Niederrhein. Mein Heimatdorf hat keinen direkten Bahnanschluss und das Abholen vom Bahnhof war bisher ein zusätzlicher Orgaaufwand: Abholer finden, Reisezeiten absprechen, Verspätungen durchgeben. Ich hatte schon oft darüber nachgedacht, mein Fahrrad im Zug mitzunehmen, um unabhängiger mobil zu sein. Aber wegen der überfüllten Nahverkehrszüge und zwei Umstiegen, war mir das zu stressig. Als ein Freund mir begeistert YouTube-Videos von den kompakt zusammenfaltbaren Brompton-Fahrrädern zeigte, machte es bei mir klick. Das war die Lösung: Ein Faltrad, das in allen Zügen kostenlos als Gepäckstück unterkommt und mit dem ich ganz easy auch ohne Aufzug am Bahnsteig umsteigen kann. Ich habe mir verschiedene Falträder angeschaut und bin Probe gefahren. Ein Brompton ist es dann geworden. Es ist klein, 12 Kilo leicht, fährt sich super und ist sehr durchdacht: Eine Werkzeugbox lässt sich zum Beispiel im Rahmenrohr versenken. An der Lenkstange lässt ich ein Trägerblock befestigen zum Einhaken von Taschen in unterschiedlichen Größen.

Zufall oder Fügung: Etwa zeitgleich mit der Anschaffung meines „Brommis“ eröffnete ein neuer Radweg, der vom Bahnhof beinahe bis vor die Haustür meines Vaters führt. Die Strecke ist flach, mit schönen Aussichten auf meine Heimat, und sie fährt sich schnell und bequem. Ich freue mich jedes Mal darüber, dass ich meinem Vater jetzt von Haustür zu Haustür ganz ohne Auto besuchen kann.

Protokoll: Valeska Zepp

 

Faltrad made in England

Der britische Hersteller Brompton baut seit Jahrzehnten Falträder in einer solchen Qualität, dass sie kaum an Wert verlieren. Jeder kann sein Faltrad nach den eigenen Bedürfnissen zusammenstellen: Farbe, Gänge, Größe, Schutzbleche, Lichtanlagen, Gepäcksysteme, Bereifung. Der Preis variiert je nach Ausstattung. Mit 1 400 Euro sollte man rechnen. Seit Neuestem gibt es auch das Brompton Electric.

fairkehr 1/2020