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Reise 1/2020

Hamburg

Per Hochbahn zur Elbphilharmonie

Die Elbphilharmonie: vom Millionengrab zur beliebten Attraktion

Seeluft schnuppern auf Hamburgs größtem Balkon: Die kostenlos zugängliche Plattform bietet Aussicht auf Hansestadt und Hafen.

Ohne Zweifel ist die Hamburger Elbphilharmonie Deutschlands opulentestes Konzerthaus. Die unkonventionelle Glasfassade auf dem alten Hafenspeicher ragt an ihrer höchsten Stelle 110 Meter über dem Hamburger Hafen auf. Im Gedächtnis dürfte sie den meisten aber vor allem dank ihrer exorbitant ansteigenden Baukosten geblieben sein. Mit über 800 Millionen Euro war die „Elphi“, wie die Hamburger das Bauwerk gerne nennen, am Ende elfmal teurer als geplant. Trotzdem: Seit der Einweihung im Januar 2017 zieht die Elbphilharmonie Einwohner und Besucher gleichermaßen an. Die öffentlich zugängliche Plaza erreicht inzwischen ähnliche Besucherzahlen wie der Vatikan.

Die Plaza bietet am Hauptbahnhof Gestrandeten eine einfache Möglichkeit, sich das Konzerthaus auch ohne Konzertkarte ganz aus der Nähe anzusehen. Mit der U-Bahn-Linie 3 erreicht man vom Hauptbahnhof aus in sechs Minuten die Haltestelle Baumwall. Von dort sind es nur fünf Minuten zu Fuß bis zur „Elphi“. Am Eingang können sich Besucher ein kostenloses Plaza-Ticket ziehen.

Schon die Auffahrt ist spektakulär: Zweieinhalb Minuten lässt man sich auf einer Rolltreppe durch einen strahlend weißen Tunnel tragen, um am Ende auf die mit roten Ziegelsteinen gepflasterte Plaza zu treten. Hier gibt es ein Restaurant und einen Souvenirshop; wer das Glück hat, eine Konzertkarte ergattert zu haben, erreicht von der Plaza aus die Konzertsäle. Das Beste aber ist die Außenplaza. Sie führt einmal rund um das Gebäude. Aus 37 Metern Höhe lässt sich der Blick über die Innenstadt und natürlich über den Hafen wunderbar genießen. Fähren und Ausflugsboote kreuzen auf dem Wasser; die Rickmer Rickmers und die Cap San Diego, Wahrzeichen des Hamburger Hafens, schaukeln sanft an ihren Liegeplätzen. Und wer dem geschäftigen Treiben auf der Elbe zuschaut, meint manchmal, schon einen Hauch von Nordseeluft in der Nase zu haben. Seeluft macht bekanntermaßen hungrig – zum Glück ist es von der Elbphilharmonie nicht weit zu den Fischbrötchenbuden des Hamburger Hafens.

Katharina Baum

fairkehr 1/2020