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Berlin

Futurium – Haus der Zukünfte

Wie wollen wir in Zukunft leben?

Das fairkehr-Team, verfremdet im Stil von Wassiliy Kandinskys „Schnittlinien“ von 1923

Geröstete Mehlwürmer und Heuschrecken können in der Küche vielfältig eingesetzt werden. Etwa als knuspriger Snack für zwischendurch oder als Topping für den Salat. Sind Insekten eine ressourcenschonende Proteinquelle für die Ernährung der stetig wachsenden Weltbevölkerung, schützenswerte Lebewesen oder einfach nur ekelhaft? Fragen wie diese stehen im Zentrum der Ausstellung im „Futurium“ Berlin. In dem Haus dreht sich alles darum, wie wir in Zukunft leben wollen und wie wir die Welt nachhaltiger gestalten können.

Das Futurium liegt nur einen zehn minütigen Fußweg vom Berliner Hauptbahnhof entfernt. Damit eignet es sich bestens für einen spontanen Abstecher, wenn noch Zeit ist, bis der Zug kommt. Für die komplette Ausstellung benötigt man locker mehrere Stunden oder den ganzen Tag, dank des freien Eintritts lohnen sich aber auch kurze Abstecher.

Wer vom Foyer aus die Treppe hoch in die Ausstellung im ersten Stock geht, den begrüßt ein kleiner weißer Roboter mit großen Kulleraugen, der hinter einer schwarzen Theke steht. Dort können sich Besucherinnen und Besucher Armbänder mit einem Chip abholen. Auf diesem lassen sich interessante Themen wie die Gestaltung von grünen Wohnquartieren, Climate Engineering oder die Arbeitswelt von morgen speichern. Die Meinung der Besuchenden wird regelmäßig durch Multiple-Choice-Fragen auf Infotafeln abgefragt, die sie durch Armbandauflegen beantworten können. Nach dem Museumsbesuch kann jeder die Armbänder auswerten und bekommt eine Karte mit einem Code, der auf der Futurium-Website weitere Infos zu gesammelten Themen freischaltet.

Das Restaurant des Futuriums serviert auf Wunsch Insekten zum Knabbern.

Touchscreens oder Bildschirme gibt es im Futurium nur wenige. Stattdessen viel Holz, auf Wandtafeln abgebildete Illustrationen, auf Tischen aufgebaute Modelle und Stationen mit gesprochenen Beiträge zum Anhören.

Spielereien, die auch für Kinder interessant sind, bietet das Untergeschoss. Wer die Treppe heruntergeht, läuft direkt auf eine große Videoinstallation zu. Eine Kamera nimmt die Besucher auf, verfremdet ihr Bild im Stil wechselnder Kunstwerke, wie Munchs „Der Schrei“ oder van Goghs „Sternennacht“, und projiziert sie auf einen riesengroßen Bildschirm. Allein das Posieren vor der Kamera macht so viel Spaß, dass es einen kurzen Besuch des Hauses wert ist.

Benjamin Kühne 

fairkehr 1/2020