fairkehr VCD-Magazin für Umwelt, Verkehr, Freizeit und Reisen

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Editorial 1/2020

Neue fairkehr-Chefredakteurin

Weiter vorangehen

Im Angesicht des Klimawandels müssen wir entscheiden, in welcher Welt wir leben wollen. Die fairkehr wird weiter vorangehen.

Alles ist im Umbruch. Selbst beim Weltwirtschaftsforum in Davos   – sonst eher bekannt für Gespräche zur geschmeidigen Organisation des Freihandels hinter verschlossenen Türen – war Klimaschutz das dominierende Thema. Klaus Schwab, Gründer des Forums, appellierte eindringlich an das „globale Dorf“, Lösungen für den Klimawandel zu finden. Die Welt befinde sich in einem katastrophalen Zustand. Der nächsten Generation dürfe keine immer feindlichere Welt hinterlassen werden.

Die Klimakrise ist ohne Zweifel die größte Herausforderung und eng verwoben mit anderen Problemen unserer Zeit. Klima ist das beherrschende Thema, keine Nachrichten­sendung kommt daran vorbei. Dahinter stehen große Fragen. In welcher Welt wollen wir leben? Was können, was müssen wir verändern?

Das Magazin fairkehr erscheint seit über 30 Jah­ren, und nie waren unsere Themen wichtiger als heute. Als wir 2006 dem Klimawandel ein Heft widmeten, waren wir im Medienumfeld einsame Rufer in der Wüste. Wir haben die Zusammenhänge zwischen Klima und Verkehr aufgezeigt, als SUVs noch Fahrzeuge amerikanischer Ranger waren und die Deutsche Bahn mit Umweltthemen ausdrücklich nicht in Verbindung gebracht werden wollte.

Als Mobilitätsmagazin des VCD will die fairkehr nicht stehen bleiben. Wir geben uns nicht mit Appellen zufrieden, sondern gehen weiter voran. Wir wollen Geschichten über Mobilität schreiben, die Menschen ermutigen und begeistern. Viele zukunftsweisende Ideen gibt es bereits. Wir spüren sie auf und sprechen mit Frauen und Männern, die Lösungen kennen – Wissenschaftler, Planerinnen, Soziologen, Klimaforscher, Aktivistinnen. fairkehr wird weiter Themen setzen und überzeugen.

Denn es scheint, als würde die Gesellschaft aufwachen. Viele Menschen sind bereit für die Verkehrswende. Sie sind weiter, als unsere Politikerinnen und Politiker glauben wollen. Nicht nur beim Tempolimit, auch die vielen Radentscheide in den Städten zeigen das. Die Initiative Deutschland-Takt, die der VCD gegründet hat, ist ein Beispiel dafür, dass sich politischer Einsatz lohnt. Seit seiner Gründung kämpft der VCD für eine bessere Bahn, für Züge in dichtem Takt mit zuverlässigen Umstiegen und Verbindungen im ganzen Land. Inzwischen haben sich DB und Bundesregierung diesen Vorschlägen angeschlossen. Wie der VCD den Deutschland-Takt mitgestaltet, lesen Sie in dieser Ausgabe.

Dass die Welt sich verändert, schließt auch uns selbst ein. Ich zum Beispiel wollte eigentlich kündigen, sollte die fairkehr beschließen, das sogenannte Binnen-I oder den Genderstern für die weiblichen Formen einzusetzen, weil beides nicht schön aussieht und den Lesefluss stört. Stattdessen bin ich heute Chefredakteurin und verkündige Ihnen genau das: Die Redaktion hat sich einstimmig – mich eingeschlossen und überzeugt – dafür entschieden, den weiblichen Teil der Gesellschaft nicht länger unsichtbar zu lassen. Die fairkehr wird also den kleinen Stern * einsetzen – nicht zwanghaft, aber dort, wo es passt und inhaltlich sinnvoll ist.

Nie war Wandel wichtiger als heute. Wir arbeiten daran. Bleiben Sie dabei!

Ihre

Uta Linnert, 
Chefredakteurin 

fairkehr 1/2020