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VCD aktiv 4/2019

Bad Kreuznach und Karlsruhe

Mit Park(ing) Day zum Erfolg

Als Reaktion auf bunte VCD-Aktionen haben Bad Kreuznach und Karlsruhe zwei Straßen menschenfreundlicher gestaltet.

Die Viktoriastraße in Bad Kreuznach nach dem Umbau

VCD-Aktive zeigen es überall in Deutschland: Wenn Autos Tempo 30 fah­­­ren statt 50 oder wenn aus zwei Autospuren eine wird, bricht der Verkehr nicht zusammen. „Vielmehr wird er für alle sicherer“, sagt Pia Hilgert vom VCD Bad Kreuznach. Gemeinsam mit zehn weiteren Organisationen, mit Anwohnern und der Stadtverwaltung hat sie im vergangenen Jahr in Bad Kreuznach den Park(ing) Day gestartet. Immer am dritten Freitag im September verwandeln Menschen auf der ganzen Welt Parkplätze in Park-Plätze: mit Rollrasen, Blumentöpfen, Liegestühlen, Tischen. Wo sonst Autos öffentlichen Raum besetzen, entspannen Menschen und kommen miteinander ins Gespräch.

In Bad Kreuznach organisierten die Aktiven in der Viktoriastraße Sitzecken, Essens- und Flohmarktstände, Lastenradprobefahrten und Spiele. Die Autos fuhren auf einer statt auf zwei Spuren durch die Einbahnstraße. „Simulate to stimulate heißt das Prinzip“, sagt Pia Hilgert, „simulieren, um zum Umdenken anzuregen.“ Erfolg der Aktion: Die Stadt baute die Straße anschließend um, vorerst jedoch provisorisch. Autos fahren nun Tempo 30 und einspurig, auf der zweiten Spur ist ein Radstreifen markiert. Die Stadt senkte Bordsteine ab und pflanzte Bäume. Dieses Jahr am Park(ing) Day gestalten die Aktiven den Bourger Platz neu, zu dem die Viktoriastraße führt. Ihre Idee: „Der Platz soll ein lebendiges, ansprechendes, grünes Entrée in die Fußgängerzone werden“, so Hilgert.

VCD Bad Kreuznach: rlp.vcd.org/vcd-lokal/verkehrswende-bad-kreuznach

Karlsruhe: Netzwerk organisiert

Plätze für Menschen statt für Autos in Karlsruhe

Bundesweit starten VCD-Aktive in der Europäischen Woche der Mobilität (EMW), die immer im September stattfindet, bunte Aktionen für lebenswerte Städte. Für seinen Erfolg hat der VCD Bad Kreuznach beim VCD-Aktivenwettbewerb den EMW-Sonderpreis gewonnen. Zweiter Preisträger: der VCD Karlsruhe.

Er koordinierte für den Park(ing) Day 2018 ein Netzwerk aus 16 Partnern: Umwelt-, Verkehrs- und Kulturorganisationen, Hochschulinstitutionen, Gastronomen und Stadtplanungsamt. Gemeinsam verschönerten sie 43 Stellplätze, die meisten in der nördlichen Karlstraße. Sie trennt die Fußgängerzone von zwei großen Plätzen im Zentrum. „Wir wollen dort eine Fußgängerzone mit freier Fahrt für Radfahrer“, erklärt Manuel Quinting vom VCD-Kreisvorstand. Der Organisator des Park(ing) Day freut sich über den ersten Schritt: Karlsruhe hat in dem Bereich Tempo 30 eingeführt. Die Grünen, stärkste Kraft im Gemeinderat, unterstützen die VCD-Forderung, ebenso die Linke. Quinting ist deshalb zuversichtlich. „Zumal auch die meisten Bürgerinnen und Bürger, die das Stadtplanungsamt am Park(ing) Day 2018 befragt hat, eine Fußgängerzone wollen.“ In diesem Jahr unterstreicht das Netzwerk diesen Wunsch nochmals: Es hat den Park(ing) Day wieder in der Karlstraße organisiert.

Kirsten Lange 

Beim VCD Karlsruhe gibt es einen Online-Leitfaden zum Park(ing) Day: bw.vcd.org/der-vcd-in-bw/karlsruhe/n-e-u-leitfaden-parking-day

Gesichter des VCD 2019

fairkehr gibt dem VCD ein Gesicht: Wer sind die Menschen, die sich in Ihrer Stadt, in Ihrer Gemeinde für sichere, klimafreundliche Mobilität und Straßen zum Leben einsetzen? Wir stellen auch 2019 in jedem Heft VCD-Aktive von vor Ort vor.

fairkehr 4/2019