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Magazin 4/2019

Mobility Inside

Mit einer App durch Deutschland

„Mobility Inside“ will die digitale Plattform für alle ÖPNV-Angebote werden.

Einmal anmelden, um alle Angebote des öffentlichen Verkehrs buchen zu können: Das ist das Ziel des Pilotprojekts „Mobility inside“ des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen VDV.“

Mit der App ihres Verkehrsbetriebs vor Ort sollen Fahrgäste ein einziges Ticket für ihre Reise mit Bus und Bahn durch die gesamte Republik kaufen können. Auch Bike- und Carsharing-Unternehmen sollen irgendwann dazukommen. Für die Fahrgäste würde das bedeuten: kein Kampf mehr durch den Tarifdschungel. Weiterer Vorteil einer solchen Lösung: Persönliche Daten bleiben beim lokalen Verkehrsunternehmen.

Offiziell gestartet sind die Projektpartner bereits 2017, gefördert vom Bundesverkehrsministerium. Nun sind Verhandlungen und Programmierung so weit, dass voraussichtlich im Herbst eine Betaversion für einige Tausend Testkunden an den Start geht. Zehn Verkehrsunternehmen sind derzeit an Bord, darunter die DB.

In der Schweiz und in Liechtenstein gibt es bereits eine landesweite Mobilitäts-App: „Fairtiq“ erkennt die Standortdaten der Nutzer und erstellt automatisch ein Ticket für die gefahrene Strecke. Dabei berechnet die App immer den günstigsten Tarif. ÖPNV-Experte Philipp Kosok vom VCD findet diese Lösung vorbildlich. In Deutschland hat Göttingen die Fairtiq-App testweise für seine Stadtbusse eingeführt.

Viele hundert Verkehrsunternehmen und -verbünde gibt es hierzulande. Jeder Verbund hat seine eigenen Ticketpreise und seine eigenen Verkaufswege, den meisten ist die Hoheit darüber wichtig. Absprachen für ein Projekt wie „Mobility Inside“ sind deshalb langwierig. „Ob am Ende eine nutzerfreundliche Anwendung herauskommt, liegt an der Kooperationsbereitschaft der Verkehrsbetriebe“, stellt Kosok fest. „Sie sind gut beraten, den anderen Verkehrsunternehmen zu vertrauen und zuzulassen, dass diese ihre Tickets mit vertreiben.“

fairkehr 4/2019