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VCD-Aktiven-Porträt

Gemeinsam nach Lösungen suchen

Die Mainzerin Franziska Voigt vom VCD Rheinhessen will mehr Rücksicht und Respekt auf der Straße. Sie engagiert sich im VCD-Arbeitskreis „Aktive Mobilität Fuß und Rad“.

Franziska Voigt ist in der Stadt aus­schließlich mit Rad, Bus, Bahn und zu Fuß unterwegs.

Wenn sich jede und jeder an Paragraf 1 der Straßenverkehrsordnung halten würde, hätten wir ein angenehmes Miteinander auf der Straße.“ Sagt Franziska Voigt und lacht. Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert gegenseitige Rücksicht: Dieser Punkt der StVO ist der 35-jährigen VCD-Aktiven aus Mainz besonders wichtig. Sie setzt sich dafür ein, dass alle Menschen, die im Auto, auf dem Fahrrad oder zu Fuß auf der Straße unterwegs sind, respektvoller miteinander umgehen, mehr Verständnis für die anderen haben. Der VCD ist für Voigt der Mobilitätsverein, der sie dabei am besten vertritt. „Er betrachtet nicht nur eine Mobilitätsart, sondern schaut, wie sich alle Verkehrsmittel gut miteinander verknüpfen lassen“, sagt sie. „Das ist für das Miteinander auf der Straße sehr positiv – mit einem Gegeneinander kommen wir nicht weiter.“

Voigt engagiert sich seit etwa zwei Jahren beim VCD Rheinhessen. Den Ausschlag gab der Einsatz des VCD für bessere Radverbindungen in Mainz. Sein Radroutencheck machte Voigt auf den VCD vor Ort aufmerksam: Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Mainzer Verwaltung sowie interessierten Bürgern fahren VCD-Aktive Fahrradstrecken ab, dokumentieren Gefahrenstellen, machen Verbesserungsvorschläge. In Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung habe der VCD erreicht, dass Radrouten optimiert worden seien, so Voigt. Dieses Engagement beeindruckte die Diplom-Geografin, die aus Überzeugung ohne Auto lebt. Schon während ihres Studiums beschäftigte sie sich mit nachhaltiger Stadtentwicklung: mit der Stadt der kurzen Wege und gerechter Aufteilung des Raums zwischen Autofahrern, Radfahrern, Fußgängern, Bus- und Bahnnutzern.

Miteinander reden

„Viele Menschen in Deutschland betrachten das Fahrrad nicht als vollwertiges Verkehrsmittel“, sagt Voigt, die als Radfahrbeauftragte bei der Stadt Mainz arbeitet. Würden mehr Autofahrer anerkennen, dass Radfahrer und Fußgänger die gleichen Rechte haben wie sie, gäbe es weniger Konflikte. Lösungen für diese Konflikte entwickelt Voigt an mehreren Wochenenden im Jahr bei den Treffen des VCD-Bundesarbeitskreises „Aktive Mobilität Fuß und Rad“, gemeinsam mit etwa zwölf weiteren VCD-Aktiven aus ganz Deutschland. In einer „Radfokusgruppe“ erarbeiten Voigt und vier Mitstreiterinnen und Mitstreiter zurzeit Kriterien für einen gleichberechtigten, sicheren Radverkehr in Städten und Gemeinden. Am Ende solle ein 20-Punkte-Programm stehen, so Voigt.

Miteinander reden ist für die 35-Jährige eine wichtige Voraussetzung für mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr. „Man muss gemeinsam nach Lösungen suchen, die anderen ernst nehmen.“ Genau das schätzt Voigt am VCD: „Der Verein sorgt in seiner Kommunikation für sachliche Information, für Aufklärung und Verständnis. Und bringt damit gute Kompromisse voran.“    

Kirsten Lange 

fairkehr 2/2019