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Auf dieser Montage ist eine Seilbahn in Bonn vor dem Hochhaus Posttower zu sehen.
Foto: Uta Linnert, iStock/Dikuch, Montage Marcus Gloger
Kinder spielen auf der Straße im autofreien Quartier in Köln-Nippes.
Foto: Nachbarn60 e. V.
Eine Carsharing-Station mit zwei Autos.
Foto: Manuela Meyer/cambio

VCD aktiv 2/2018

Ute Zedler ist neues Mitglied im VCD-Landesvorstand

"Erfolg ist immer Teamwork"

Ute Zedler wechselte von der Kommunalpolitik in einen VCD-Landesvorstand. Für sie ist nachhaltige Mobilität mit das Wichtigste für mehr Klima- und Umweltschutz.

Portrait einer blonden Frau mit Brille. Sie schaut frontal in die Kamera und trägt eine hellblaue Bluse, einen hellen Blazer und ein lila Halstuch.
Ute Zedler wünscht sich mehr Frauen-Power im VCD: Man müsse den Mut haben, Frauen direkt als Aktive zu werben.

Ute Zedler fackelt nicht lange: Als die 56-Jährige vor drei Jahren hört, dass der VCD-Regionalverband Rhein-Neckar in Schwierigkeiten steckt, weil zu wenige sich engagieren, wird sie aktiv. Bei ihrer ersten Regionalverbandssitzung lässt sich die Frau aus Dossenheim bei Heidelberg als Landesdelegierte aufstellen. Auf ihrer ersten Landesdelegiertenversammlung wird sie in den Vorstand des VCD Baden-Württemberg gewählt. Und seit Anfang 2016 vertritt sie den Landesverband im VCD-Länderrat. „Der VCD ist gerade jetzt, da sich Mobilität so stark wandelt, unverzichtbar!“, betont Zedler.

Seit 2015 engagiert sich die Wirtschaftsingenieurin, die dem VCD 1998 als Mitglied beitrat, in zahlreichen Gremien, um die Mobilitätswende voranzubringen. Sie nimmt an den Treffen des bundesweiten VCD-Frauennetzwerks teil und bringt sich in die Strukturkommission ein, die den ökologischen Verkehrsclub fit für die Zukunft machen soll. Außerdem beteiligte sie sich für den VCD an der Studie „Mobiles Baden-Württemberg“. Gefördert von der Stiftung Baden-Württemberg, entwickelte der BUND unter Beteiligung von Interessenvertretern aus den Bereichen Transport, Industrie, Umwelt und Wissenschaft Szenarien, wie sich die Mobilität im Bundesland bis 2050 entwickeln könnte.

Ute Zedler will mehr Frauen für den VCD gewinnen. Für ihren Landesverband hat sie eine Frauenquote vorgeschlagen. Bei der Mobilitätsplanung seien die Erfahrungen von Frauen immens wichtig, sagt die Mutter zweier erwachsener Kinder. Anders als Männer berücksichtigten sie auch oft die sozialen Faktoren der Mobilität, nicht nur die technische Seite. „Frauen sind oft besser mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut, weil sie viele Alltagswege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen – oft mit ihren oder für ihre Kinder“, so Zedler.

Bevor sie beim VCD aktiv wurde, war Ute Zedler 25 Jahre lang Kommunalpolitikerin für die Grünen, arbeitete als Kreisrätin, Gemeinderätin und war zweite stellvertretende Bürgermeisterin ihres Heimatorts. Schon 1995 forderten die Grünen vor Ort während des Bürgermeister-Wahlkampfs in Dossenheim weitreichende Verbesserungen im Nahverkehr: bessere Bus- und Bahnverbindungen, Senioren-, Job- und Studitickets sowie attraktivere Wege für Radfahrer und Fußgänger. Mittlerweile seien all diese Forderungen umgesetzt. „Das zeigt: Es braucht Mut, Geduld und Ausdauer bei der Verkehrswende“, sagt Ute Zedler. „Oft gilt es, dicke Bretter zu bohren. Aber mit einem Team, das Wissen und Erfahrung einbringt, kann sich vieles zum Positiven verändern. Erfolg ist immer Teamwork.“

Radschnellwege für BaWü

Ein tatkräftiges Team hat Zedler auch beim VCD Baden-Württemberg gefunden: Unter anderem treibt der Landesverband in einem vom Verkehrsministerium geförderten Projekt die Einführung von Radschnellwegen voran. Das Projektteam, das von Zedler unterstützt wird, hat einen Arbeitskreis für Praktiker, Expertinnen und Verwaltungsmitarbeiter aufgebaut und eine Exkursion zu Radschnellwegen im Ruhrgebiet sowie in den Niederlanden organisiert. Zurzeit plant der VCD gemeinsam mit dem Verkehrsministerium eine Fachtagung. Zedler selbst hatte die Idee zu dem im Projekt erarbeiteten Online-Handlungsleitfaden, der über breite, kreuzungsfreie Radverbindungen informiert. Ihrer Erfahrung nach wüssten beispielsweise Kommunalpolitiker oft zu wenig über Radschnellwege. Für die Europäische Woche der Mobilität plant sie eine Flyer-Aktion unter dem Motto „Mein Auto hat heute frei“. Zedlers Auto hat an vielen Tagen frei. Die VCD-Aktive legt fast alle Wege im Ort mit dem Fahrrad zurück, denn: „Nachhaltige Mobilität trägt nicht nur zum Umwelt- und Klimaschutz bei, sondern ist wesentliche Grundlage für lebenswerte Wohnorte.“

Kirsten Lange 

Die Gesichter des VCD 2018

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fairkehr 2/2018