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VCD aktiv 6/2016

Was der neue Vorstand will

Ein neuer Vorsitzender, drei neue Vorstandsmitglieder, vier Frauen im Vorstand: Die VCD-Vertreter aus Landes-, Kreis- und Ortsverbänden haben für Wechsel gestimmt.

Foto: Kirsten LangeDer neue VCD-Bundesvorstand: Bundesvorsitzender Wasilis von Rauch, Schatzmeisterin Kerstin Haarmann und die Stellvertreter Ingrid Ahrens und Marion Laube (erste Reihe v. l. n. r.), Matthias Kurzeck, Paula Ruoff und Thomas J. Mager (zweite Reihe v. l. n. r.)

Wasilis von Rauch

„Es ist eine große Herausforderung, an der Verkehrswende mitzuarbeiten. Als Vorsitzender des VCD kann ich dabei eine Menge bewegen“, erklärt der neue Bundesvorsitzende Wasilis von Rauch seine Motivation, für das Amt zu kandidieren. „Ich bin überzeugt, dass der VCD in den nächsten Jahren erfolgreich sein wird. Das Vorstands-Team ist klasse. Gemeinsam und mit gutem Teamgeist werden wir den VCD voranbringen“, sagt der 37-Jährige. Der studierte Geograf und ehemalige VCD-Projektleiter ist seit 2015 Mitglied im Vorstand. Er lebt in Berlin und arbeitet als selbstständiger Berater, Fachautor und Projektentwickler im Bereich Mobilität und Multimodalität. Sein Fokus: Fahrrad, Elektrorad, Cargobikes und die Entwicklung nachhaltiger Mobilitätskonzepte für Stadt und Land. Seine Ziele für die kommenden Jahre: „Mit dem VCD-Schwerpunkt ‚Lebenswerte Städte‘ möchte ich unsere Präsenz vor Ort weiter ausbauen, damit wir innerverbandlich weiter zusammenwachsen. Zudem ist nächstes Jahr Bundestagswahl. Ich wünsche mir, dass sich der Wille zur Verkehrswende im nächsten Regierungsprogramm wiederfindet.“

Ingrid Ahrens

„Ich möchte neue Unterstützer für den VCD gewinnen – unter anderem mit niedrigschwelligen Beteiligungsformen, wie Spenden für einzelne Kampagnen oder Mitarbeit an den Kampagnen“, erklärt Ingrid Ahrens. Die 56-jährige Hamburgerin gehört dem VCD-Bundesvorstand seit 2014 an. Ihre verkehrspolitische Kompetenz hat Ahrens durch ihr langjähriges Engagement im VCD-Landesverband Nord und die dortige Vorstandstätigkeit erworben. Sie arbeitet in der Personalentwicklung bei der Techniker Krankenkasse. „Für mich ist Umweltgerechtigkeit ein wichtiges Thema“, sagt Ahrens. Die krankmachende Belastung durch Abgase und Lärm sei auch eine Frage sozialer Gerechtigkeit: „Oft wohnen die Menschen an Hauptstraßen, die sich kein Auto leisten können. Wohlhabendere Menschen, die keinen Schritt zu Fuß gehen, leben irgendwo im Grünen.“

Kerstin Haarmann

„Die finanzielle Lage des VCD möchte ich so konsolidieren, dass wir 2018 wieder mindestens zwei mediale Großprojekte durchführen können, beispielsweise die Auto-Umweltliste und den Städtecheck“, sagt Kerstin Haarmann, neue Schatzmeisterin des Verbandes und erstmals Mitglied im VCD-Bundesvorstand. Haarmann war schon einmal in wichtiger Position für den ökologischen Verkehrsclub tätig: Von 2009 bis 2011 leitete die studierte Juristin den VCD als Geschäftsführerin. Heute arbeitet sie als Beraterin für erneuerbare Energien in Paderborn. „Besonders wichtig sind mir die Elektromobilität, auch im ÖPNV, und die sogenannte Sektorenkopplung: Das ist die intelligente Vernetzung der Bereiche Strom, Wärme und Verkehr“, so die 50-Jährige.

Matthias Kurzeck

„Mit einem integralen Taktfahrplan wie dem Deutschlandtakt lassen sich Busse und Bahnen besser aufeinander abstimmen. So werden Reiseketten besonders in den ländlichen Regionen kürzer. Ich werde mich für den Deutschlandtakt einsetzen“, sagt Matthias Kurzeck. Der 47-Jährige engagiert sich seit 2008 im VCD-Bundesvorstand und ist der Dienstälteste im Gremium. Der studierte Bauingenieur arbeitet als Verkehrsplaner in den Bereichen Eisenbahnplanung, Regionalbus- und Stadtverkehr. Er lebt gemeinsam mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Buchholz in der Nordheide. „Die Vereinsressourcen sind knapp. Wir alle wollen mehr Mitglieder werben, damit der VCD auch in Zukunft einen menschengerechten Verkehr voranbringen kann“, so Kurzeck.

Marion Laube

„Wenn ich einen Wunsch frei hätte, um die Mobilität zu verbessern, müssten alle Manager der großen deutschen Autokonzerne und Bremser der Verkehrswende ihren Alltag mindestens einen Monat lang zu Fuß, mit dem Rad und mit dem ÖV bewältigen. Und zwar mit mindestens einem Kind“, sagt Marion Laube. Ihre Schwerpunkte beim VCD sind Fuß- und Radverkehr, Mobilitätsbildung und neue Konzepte wie Shared Space und Begegnungszonen. „Für die neue Amtszeit hab ich mir vorgenommen, die Zusammenarbeit zwischen Bundesverband, VCD-Landes-, Orts- und Kreisgruppen und Geschäftsstelle zu verbessern – vor allem das Wissensmanagement und die Kommunikation“, so Laube. Praktisch möchte sie die Kampagne „Erober dir die Straße zurück“ weiterentwickeln. Die 46-Jährige ist seit 2015 Mitglied im VCD-Bundesvorstand und war von 2010 bis 2016 Vorsitzende des VCD-Landesverbandes Nordost. Die gebürtige Dresdnerin lebt autofrei mit ihren drei Kindern in Berlin.

Thomas J. Mager

„Ich habe für den Bundesvorstand kandidiert, weil der VCD der einzige Verband ist, mit dem man die Verkehrswende durchsetzen kann“, sagt Thomas J. Mager, einer der drei Neuen in dem Gremium. Als Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Schwarzwald-Baar und Inhaber des Verkehrsberatungsunternehmen tjm-consulting verfügt der 54-Jährige aus Villingen über große Erfahrung im Mobilitätsbereich. „Mir ist es ein besonderes verkehrspolitisches Anliegen, dass es durchgehende Mobilitätsketten mittels multimodaler Angebote gibt“, erklärt Mager. Für eine ökosoziale Verkehrswende genüge es nicht, nur in den Großstädten gute nachhaltige Mobilitätsangebote zu entwickeln. Auch die Menschen aus dem Umland müssten den Umweltverbund als echte Alternative zum Auto nutzen können, so der gebürtige Bonner.

Paula Ruoff

„Mein größter verkehrspolitischer Wunsch wä-re, dass es keine kostenlosen, zwölf Quadratmeter großen Privatparkplätze mehr im öffentlichen Raum gibt. Der Platz sollte für Sinnvolleres genutzt werden“, sagt Paula Ruoff. „Ich bin dafür bekannt, bei fast jedem Straßenzug zu fordern: Das müsste doch eine Fußgängerzone sein!“ Die 31-Jährige wurde erstmals von den Delegierten in den VCD-Bundesvorstand gewählt. Sie ist als Beraterin für nachhaltige Mobilität und Verhaltenswandel in Berlin tätig. Zuvor lebte sie sechs Jahre in London und arbeitete dort für die gemeinnützige Organisation Sustrans, die sich dafür einsetzt, dass Menschen sicher zu Fuß, mit dem Fahrrad sowie Bus und Bahn unterwegs sein können, den Carsharing-Anbieter Co-Wheels und die Verkehrsberatungsfirma SDG.

fairkehr 5/2019