fairkehr VCD-Magazin für Umwelt, Verkehr, Freizeit und Reisen

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Auf dieser Montage ist eine Seilbahn in Bonn vor dem Hochhaus Posttower zu sehen.
Foto: Uta Linnert, iStock/Dikuch, Montage Marcus Gloger
Kinder spielen auf der Straße im autofreien Quartier in Köln-Nippes.
Foto: Nachbarn60 e. V.
Eine Carsharing-Station mit zwei Autos.
Foto: Manuela Meyer/cambio

Titel 6/2015

Der VCD macht’s grün

Weniger Lärm, bessere Luft, mehr Platz für Menschen – der VCD will, dass Mobilität die Gesellschaft nachhaltig voranbringt. Nicht durch mehr, sondern durch sinnvollen Verkehr.

Foto: Markus BachmannAuf in die mobile Zukunft: Der VCD bietet Lösungen für den Verkehr von heute und von morgen.

Der VCD hat eine Vision: Alle Menschen können sich sicher auf Straßen und Plätzen bewegen und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben.  Verkehr belastet weder Mensch noch Natur noch Klima. Er verursacht keinen Lärm und keine schlechte Luft. Niemand stirbt im Straßenverkehr. Öffentliche Plätze und Straßen stehen allen Menschen zur Verfügung. Sie halten sich gern dort auf, weil sie zuvor mitbestimmt haben, wie ihre Umgebung und wie der Verkehr aussehen sollen.

Der VCD hat eine Mission: „Unser Ziel sind weniger Autos auf den Straßen“, sagt der Bundesvorsitzende Michael Ziesak. „Manche Menschen brauchen ein Auto, deshalb setzen wir uns für möglichst effiziente und leise Fahrzeuge ein, die im besten Fall von vielen Menschen genutzt werden.“ So viel Auto wie nötig, so wenig wie möglich, ganz im Sinne der Suffizienz (siehe auch Seite 18).   

Praktische Mobilitätslösungen

Damit die Vision Wirklichkeit wird und die Mission erfüllt werden kann, erarbeitet der Verkehrsclub konkrete Lösungen für den Verkehr von heute und von morgen. Und er gibt Menschen gezielt Hilfestellung, damit sie im Alltag ökologisch mobil sein können. „Viele unserer alltäglichen Entscheidungen bestimmen mit, wie umwelt- und sozialverträglich Verkehr ist“, so Ziesak. So liefert die VCD Auto-Umweltliste Informationen und Tipps zum ökologischen Autokauf, ebenso die Online-Beratung besser-autokaufen.de. Das entsprechende Portal für Elektrofahrräder, e-radkaufen.vcd.org, empfiehlt E-Bikes unter anderem als Alternative zum Auto. Mit seinem Lastenrad-Schwerpunkt veranschaulicht der VCD, dass sich viele Lieferfahrten durch Fahrradtransporte ersetzen lassen: Eltern können damit ihren Nachwuchs in die Kita bringen und auf dem Rückweg einkaufen, Handwerker ihre Kundinnen und Kunden besuchen, Paketdienste ihre Sendungen ausliefern. Der VCD Bahntest zeigt auf, dass Bahnreisen günstigere und teils sogar schnellere Alternativen zum Fliegen sind. Die ÖPNV-Checker des VCD wollen das Bus- und Bahnfahren einfacher machen und mehr Leute vom  Chauffeur zum Chauffierten machen.   

Informieren, ausprobieren und erfahren, wie sinnvoll umwelt-freundliche Mobilität sein und wie viel Spaß sie machen kann: Dazu fordert der VCD mit seinen Projekten und Kampagnen heraus. Und er denkt bereits an die Verkehrsteilnehmer von morgen: Die Kinder von heute werden bestimmen, wie es künftig auf unseren Straßen aussieht. „Deshalb legen wir mit verschiedenen Projekten ein besonderes Augenmerk auf die Mobilitätsbildung von Kindern und Jugendlichen – von der Kita bis zur Ausbildung“, erklärt der VCD-Bundesvorsitzende.

Der VCD mischt sich politisch ein

Doch nicht nur jede und jeder Einzelne ist verantwortlich dafür, dass Mobilität nachhaltig wächst. „Politische Entscheidungen bestimmen maßgeblich, wie sich unsere Mobilität in Zukunft entwickelt“, sagt Michael Ziesak. „Die Verkehrspolitik muss deshalb gezielt Anreize und Rahmenbedingungen für eine umwelt-verträglichere Mobilität setzen, beispielsweise im Bereich Radverkehrsförderung oder Finanzierung und Ausbau des öffentlichen Verkehrs.“ Der VCD mischt sich mit Forderungen und Konzepten in die politische Debatte ein. Seine Expertinnen und Experten ziehen regelmäßig eine Bilanz der verkehrspolitischen Arbeit der Regierung, prüfen Wahl-
programme auf Nachhaltigkeit im Verkehrssektor und begleiten verkehrspolitische Entscheidungsprozesse mit Stellungnahmen und Pressearbeit.

Gut für Umwelt und Wirtschaft

Mobilitätskonzepte, die gut für Mensch und Umwelt sind, können auch der Wirtschaft helfen. Transporter, die stundenlang im Stadtstau stecken, kosten die Lieferdienste Geld. Regelmäßig radelnde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden seltener krank und bleiben länger fit. Menschen ziehen lieber in Stadtviertel, in denen nicht der Autoverkehr dominiert und in denen es kurze Wege zum Einkaufen, zum Arzt oder zum Sport gibt. ÖPNV-Haltestellen um die Ecke werten eine Wohnung auf.

Der VCD steht nicht für weniger Mobilität, im Gegenteil. In seiner Vision sind viel mehr Menschen als bisher gleichberechtigt, sicher und selbstbestimmt unterwegs. Sie können überall und jederzeit das Verkehrsmittel wählen, das in dem Moment am sinnvollsten ist.  „Mobilität für alle sicherstellen bei weniger schädigendem Verkehr“– das sind Vision und Mission des VCD.    

Kirsten Lange

Gemeinsam mit anderen Umweltverbänden hat der VCD ein Konzept zum klimafreundlichen Verkehr 2050 erarbeitet:
www.vcd.org/themen/klimafreundliche-mobilitaet

fairkehr 2/2022

Cover der fairkehr 2/2022 zum Thema "Parkraum"