fairkehr VCD-Magazin für Umwelt, Verkehr, Freizeit und Reisen

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Reise 4/2013

Schon mal gesehen?

Über 100 touristische Nachhaltigkeitssiegel kursieren weltweit – wir stellen die wichtigsten Labels vor, die Ihnen während der Reise ins Auge springen könnten.

CSR bedeutet Corporate Social Responsibility. Es ist das führende Zertifikat und Management-System für die soziale, ökologische und wirtschaftliche Verantwortung von Reiseveranstaltern in Europa. Seit 2012 wird das Label auch für Reisebüros vergeben. Die gemeinnützige Gesellschaft Tourcert vergibt das Zertifikat und prüft regelmäßig die Einhaltung der Standards vor Ort. Mit im Boot sind der Evangelische Entwicklungsdienst; Naturfreunde Internationale; Kontaktstelle für Umwelt & ­Ent-wicklung (KATE) und die Hochschule Ebers­­walde. Alle Mitglieder des Verbandes „forum ­anders reisen“ sind CSR-zertifiziert.

Eco Hotels Certified (ehc): Hotels, die schonenden Ressourcenverbrauch, Verzicht auf Atomstrom, regionale Wirtschaftskreisläufe und mindestens 50 Prozent Bio-Lebensmittel garantieren.

Das Europäische Umweltzeichen: Die EU-­Blume steht für schonenden Ressourcenverbrauch und den Einsatz erneuerbarer Energien in ­Unterkünften und auf Campingplätzen.

Green Globe ist eine internationale Initiative, bei der zum Beispiel auch die Klimaschutzorganisation atmosfair mitarbeitet. Ziel ist es, Kommunen, Unternehmen und Endverbraucher zum bewussten Umgang mit Umweltressourcen und zu umweltverträglicherem Handeln anzuregen. Die Bewertungskriterien der Green-Globe-Zertifizierung umfassen soziale, ökologische und ökonomische Aspekte.

Die Blaue Schwalbe ist das Gütesiegel von Anderswo, dem Magazin für Umwelt und Reisen. Es war das erste Ökosiegel für ­Unterkünfte und bietet ausgezeichnete Gastgeber seit 23 Jahren.

The Green Key: Der grüne Schlüssel steht für schonenden Ressourcenverbrauch sowie für ­regionale und ökologische Lebensmittel. Man findet ihn in Beherbergungsbetrieben, Konferenz- und Freizeitzentren und auf Campingplätzen. Die leitende Organisation vergibt auch die internationale „Blaue Flagge“ für Strände und Sportboothäfen.

Das Österreichische ­Umweltzeichen steht für Energiesparen, gesunde Ernährung und umweltfreundliche Anreise. Neben kleinen ­Hotels, Pensionen und Campingplätzen sind die vier österreichischen Robinson Clubs ausgezeichnet. Das Zeichen wird auch auch für Pauschal­-
reisen vergeben.   

Biohotels: Wer sich im Alltag „Bio“ ernährt, muss im Urlaub nicht darauf verzichten. Die Biohotels bieten regionale Lebensmittel aus ökologischem Anbau und hervorragende ­Köche. Energiesparen und Verzicht auf Atomstrom gehören ebenfalls zum Standard. Die meisten Häuser – von der Frühstückspension bis zum Vier-Sterne-Hotel – liegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Schweiz – ibex – fairstay: Seit 2012 firmiert das ehemalige Steinbock-Label unter „ibex – fairstay“. Es wird in vier Stufen vergeben (Bronze, Silber, Gold & Platinum) – je nachdem, wie hoch die Qualität der Häuser in den Bereichen Umwelt, Soziales, regionale Verankerung, Wirtschaftlichkeit und Management ist. Extrapunkte gibt es für die Verwendung fair gehandelter Produkte. Mit dem Label sind bisher knapp 60 umweltfreundliche Unterkünfte in der Schweiz gekennzeichnet, von der Jugendherberge über Tagungszentren bis zum Luxus-Ferienresort. Eine Ausweitung auf Österreich, Südtirol und Deutschland ist geplant.

Deutschland – Viabono: Der Viabono-Trägerverein setzt sich aus mehr als 20 Mitgliedern aus Tourismus-, Umwelt-, Verbraucherverbänden und Bundesministerien zusammmen. Das Label zeichnet Unterkünfte, Restaurants, Rei­se­anbieter, Naturparke und Kommunen aus. Es fordert niedrigen Energie- und Ressourcenverbrauch, Abfallvermeidung, Regionalwirtschaft und sanfte Mobilität.

Schweden – Naturens ­bästa: Das Siegel ist ­eines der besten Qualitätszeichen für nachhaltigen Tourismus. Die Aufnahmekriterien sind anspruchsvoll. Bewertet wird die gesamte Reise, also auch Aktivitäten, Naturschutz, soziales Engagement, Mitarbeiter, Qualität und Sicherheit.

Italien – Legambiente Turismo: Das Label des italienischen Umweltverbandes fordert schonenden Ressourcenverbrauch, Naturschutz, regionale Wirtschaftskreisläufe und ­Lebensmittel sowie sanfte Mobilität. Ausgezeichnet werden Hotels, Campingplätze, ­Pensionen und Agrotourismus-Betriebe.

Sie vermissen ein Label?

Auf der Internetseite des Bundesverbandes „Die Verbraucherinitiative e.V.“ werden Ökosiegel und Zerti­fikate ­erklärt und bewertet – nicht nur im ­Bereich Reisen. 

Das unabhängige Reiseportal „fair unterwegs“ hat die Broschüre „Wegweiser durch den Labeldschungel“ heraus­­gegeben und eine Vergleichs-Liste von mehr als 50 Siegeln.

fairkehr 4/2019