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Politik 2/2013

Rauf mit Zug – ab mit Rad

Mit seinen Radrouten zur Ilztalbahn ist der VCD Passau/Freyung-Grafenau Zweitplatzierter beim VCD-Aktivenwettbewerb.

Foto: Tobias LeuchtnerDie Fahrradkarte zur Ilztalbahn beschreibt familienfreundliche Routen zwischen Bayerischem Wald und Passau, die alle an einem Bahnhof starten und enden.

Den Schotterweg nach rechts und den Waldrand entlang. Um den Sportplatz herum und nach der Schule links. Einen Halt am kleinen Fischteich einlegen. Solche Tipps gibt die Fahr­radkarte zur Ilztalbahn des VCD Passau/Freyung-Grafenau. Die Faltkarte im Jackentaschen-Format beschreibt familienfreundliche Routen, die alle an einem Bahnhof beginnen und enden. Sie führen größtenteils aus dem Bayerischen Wald hinab zur Donau und nach Passau.

„Bergauf mit der Bahn – bergab mit dem Rad“, wirbt der VCD. Die Karte empfiehlt außerdem Gasthäuser, Hotels und Restaurants, weist auf Fahrradverleiher hin und enthält den Fahrplan der Ilztalbahn.

Für das Projekt „Das Radroutennetz zur Ilztalbahn“ hat der VCD Passau/Freyung-Grafenau den zweiten Preis im VCD-Aktivenwettbewerb gewonnen. Die reaktivierte Ilztalbahn, die Radrouten und die begleitende Karte seien eine wunderbare Hilfestellung für alle, die ohne Auto ihre Umgebung erkunden wollten, sagte der VCD-Bundesvorsitzende Michael Ziesak auf der Preisverleihung im November. Er lobte außerdem „den verkehrsträgerübergreifenden Ansatz“ des Projekts: Statt einen Gegensatz zwischen Radweg und Bahnreaktivierung aufzumachen, habe der VCD-Kreisverband dazu beigetragen, beides in ein schlüssiges Gesamtkonzept zu integrieren.

Kampf um den Zugverkehr

Gemeinsam mit dem ADFC Passau hatte der VCD Passau/Freyung-Grafenau 2010 begonnen, Radrouten entlang der damals noch stillgelegten Bahnstrecke durchs Ilztal zu entwickeln. Der VCD, weitere Verbände und Bürger kämpften dafür, dass dort wieder regelmäßig Züge fahren. Ihre Kritiker, darunter viele Lo­kal- und Landespolitiker bis hin zum bayerischen Verkehrsminister, wollten stattdessen einen Radweg auf der Trasse bauen lassen. Um zu zeigen, dass er keineswegs gegen neue Radwege, sondern für eine Verknüpfung von Bahn und Fahr­rad ist, bewarb der VCD die Routen zunächst mit einem Flyer. Die 7500 Exem­plare waren schnell vergriffen.

„2011 sind wir alle Routen noch einmal abgefahren, haben viele Alternativen getestet und den Verlauf der Wege optimiert“, sagt Bernd Sluka, Vorsitzender des VCD-Kreisverbands. Die verbesserten Routen bekamen mit der Fahrradkarte im Maßstab 1:50000 eine angemessene Verpackung. Neben Bernd Sluka halfen der stellvertretende Kreisvorsitzende Boris Burkert, zwei weitere VCD-Mitglieder sowie zwei ADFC-Aktive mit. „Die Karte wird absehbar ein Renner“, sagt Sluka, „mehr als 1600 Stück wurden schon verteilt.“ Eine Neuauflage ist für spätestens 2014 geplant. Bis dahin wollen die Aktiven die Wege weiter abfahren und verbessern. „Auch Anschlussrouten bis nach Tschechien sind geplant“, so der VCD-Kreisvorsitzende.

Radrouten wichtig für die Bahn

Die Ilztalbahn startet am 27. April in ihre dritte Saison – der Kampf der Verbände für die Reaktivierung führte 2011 zum Erfolg. Am Wochenende und an Feiertagen fahren die Züge von Passau über Waldkirchen bis Freyung. Anschlussbusse bringen Reisende bis in den Nationalpark Bayerischer Wald und über die tschechische Grenze.

„Die Radrouten sind ein wichtiger Baustein zur Ilztalbahn-Reaktivierung“, betont Bernd Sluka. „Sie erhöhen die Attraktivität der Bahn und sorgen so auch dafür, dass sie weiter erfolgreich betrieben werden kann.“

Kirsten Lange

Die Fahrradkarte gibt es für zwei Euro in den Zügen der Ilztalbahn, in Tourismusbüros, Gasthäusern und bei Fahrradverleihern.

Mitmachen! Aktivenwettbewerb 2013

An alle VCD-Gruppen: Was war die beste Aktion oder der größte Erfolg 2012/13? Und wie kam die oder der zustande? Mitmachen beim VCD-Aktivenwettbewerb! Einsendeschluss ist Dienstag, der 27. August 2013.

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