fairkehr VCD-Magazin für Umwelt, Verkehr, Freizeit und Reisen

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Auf dieser Montage ist eine Seilbahn in Bonn vor dem Hochhaus Posttower zu sehen.
Foto: Uta Linnert, iStock/Dikuch, Montage Marcus Gloger
Kinder spielen auf der Straße im autofreien Quartier in Köln-Nippes.
Foto: Nachbarn60 e. V.
Eine Carsharing-Station mit zwei Autos.
Foto: Manuela Meyer/cambio

Titel 3/2011

Nachbarschaftsauto: Pkw sucht Fahrer

Jeder Privat-Pkw steht durchschnittlich etwa 23 Stunden am Tag nur herum. Was liegt da näher, als das eigene Fahrzeug, möglichst gegen Gebühr, zu verleihen? Diese Idee findet zunehmend Anhänger. Einige Initiativen bieten dafür mittlerweile den organisatorischen Rahmen.

  • An dem Projekt Nachbarschaftsauto hat unter anderem der VCD mitgewirkt: Autobesitzer können ihr Fahrzeug online zum Verleihen anbieten und selbst die finanziellen Konditionen festlegen. Vordrucke für Überlassungsverträge und Übergabeprotokolle sowie die Möglichkeit, eine spezielle Zusatzversicherung abzuschließen, minimieren das Risiko. Wer ein Auto leihen möchte, kann auf der Website www.nachbarschaftsauto.de nach Anbietern in seinem Umkreis suchen. Dort finden sich Angaben zum Fahrzeug und zu den Leihkonditionen. In Berlin zum Beispiel sind bereits mehrere Dutzend Anbieter verzeichnet. Die Preise: von 8 Euro pro Tag für einen Kleinwagen bis zu 199 Euro für einen Luxusschlitten
  • Ähnlich wie das Nachbarschaftsauto funktioniert die Website www.autonetzer.de, die vergangenen Februar online ging. Hier werden auch Tarifempfehlungen gegeben. Eine spezielle Carsharing-Versicherung ist ebenfalls im Angebot. Die Zahl der Anbieter ist noch sehr übersichtlich.
  • Tamyca (Kurzwort für „take my car“) heißt die nach eigenen Angaben älteste Autoteil-Initiative in Deutschland. Das Angebot an Fahrzeugen ist vergleichsweise groß, die Preise sind erstaunlich niedrig. Der Aufbau der Website hingegen ist ein wenig unübersichtlich, Verleihprinzip und -konditionen ­erschließen sich nicht auf den ersten Blick. Tamyca setzt stark auf die Vernetzung der Nutzer über Social Media wie Facebook, Twitter oder StudiVZ.
  • Übers Handy und Navigationsgerät wird die Vermittlung von Mitfahrern organisiert: Das mehrfach ausgezeichnete Projekt flinc ist eine Art virtuelle Mitfahrzentrale 2.0. Ein Anwendungsprogramm, kurz: App, auf dem Smartphone ermöglicht eine kurzfristige Vereinbarung zwischen Fahrer und Mitfahrer, die beide dank GPS-Ortung ihren Standort und ihre (gewünschte) Fahrtroute angeben. Erkennt das System Gemeinsamkeiten, wird der Kontakt hergestellt, ein Treffpunkt vereinbart und eine Preisabsprache getroffen. Mitfahrten können auch weit im Voraus online verabredet werden. Weitere Anbieter, die nach dem geschilderten Prinzip arbeiten, sind caribo und car2gether, die von einem großen Automobilkonzern gefördert werden.

Sebastian Hoff

fairkehr 2/2022

Cover der fairkehr 2/2022 zum Thema "Parkraum"