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Auf dieser Montage ist eine Seilbahn in Bonn vor dem Hochhaus Posttower zu sehen.
Foto: Uta Linnert, iStock/Dikuch, Montage Marcus Gloger
Kinder spielen auf der Straße im autofreien Quartier in Köln-Nippes.
Foto: Nachbarn60 e. V.
Eine Carsharing-Station mit zwei Autos.
Foto: Manuela Meyer/cambio

Titel 3/2011

Carsharing-Anbieter: Fünf von über 100

Das Grundprinzip ist zwar bei allen Car­sharing-Anbietern gleich. Das Angebot, die Tarifstruktur und die praktische Anwendung können allerdings stark differieren. Deshalb stellen wir exemplarisch fünf Unternehmen vor.

Foto: Marcus Gloger

Die Traditionellen

Stadtmobil ist ein Zusammenschluss mehrerer Anbieter, die zum Teil seit Anfang der 90er Jahre existieren. Die Unternehmensgruppe ist mittlerweile in vier Städten und drei Metropolregionen vertreten. Die Kunden zahlen für die Nutzungszeit und die gefahrenen Kilometer. Je nach gewählter Tarifart fallen zusätzlich Monatsgebühren, Einlagen, Aufnahmegebühren und sonstige regelmäßige Kosten an.

Stadtmobil-Kunden haben eine große Auswahl zwischen vielen Fahrzeugen an reservierten Stellplätzen und können auch in anderen Städten Carsharing nutzen. Buchungen sind online oder telefonisch möglich. Registrierte Nutzer erhalten eine Zugangskarte, mit der sie die Fahrzeuge aufschließen können. Die Erfassung der Daten und die Abrechnung werden elektronisch vorgenommen.

Die Geschäftlichen

Mehr als 45 Prozent der Kunden des Anbieters cambio nutzen die Fahrzeuge für berufliche Zwecke. Das sind insgesamt über 1100 Unternehmen und Institutionen. ­cambio ist in Deutschland in zwölf Städten mit 800 Fahrzeugen an 195 Stationen vertreten. Dazu kommen noch Niederlassungen in 19 belgischen Städten. Die cambio-Fahrzeuge haben einen CO2-Ausstoß von durchschnittlich 129 Gramm pro Kilometer, obwohl zur Flotte auch größere Autos und Transporter gehören. Kunden zahlen eine Monatsgebühr, die sich nach gewählter Tarifart staffelt. Für die Fahrten werden Kilometer- und Zeitpreise fällig. Buchungen können ­telefonisch oder online vorgenommen werden. Mit der persönlichen cambioCard und der Geheimzahl erhalten die Nutzer Zugang zu einem Schlüsseltresor oder direkt zum Fahrzeug.

Die Kommerziellen

BMW in München, VW in Hannover, Daimler in Ulm und Hamburg: Auch die Autokonzerne haben Carsharing für sich entdeckt. Unter dem Namen car2go stieg als Erstes Daimler in Ulm ins Geschäft ein. Nutzer können dort inzwischen auf eine Fahrzeugflotte von rund 300 Smarts Fortwo zugreifen und zahlen neben einer einmaligen Pauschale für die Registrierung einen Einheitstarif, der sich nach der Nutzungszeit richtet.

Die Fahrzeuge können vorab online oder telefonisch gebucht, aber auch spontan genutzt werden. Mittels eines Chips auf dem Führerschein erfolgen Zugang und Abrechnung. Die car2go-Smarts können an beliebigen Standorten in der Stadt abgestellt werden.

Die Internationalen

1600 Stationen in mehr als 550 Städten und Gemeinden in mehreren Ländern: Das Car­sharing-Angebot der Deutschen Bahn ist das flächendeckendste. Allein in Deutschland stehen in über 130 Städten DB-Carsharing-Fahrzeuge. Kunden müssen sich zunächst einmalig registrieren lassen. Anschließend melden sie ihren Fahrtwunsch telefonisch oder online an und erhalten mit einer Kundenkarte Zugang zum Fahrzeug. In einigen Städten gibt es viele, in den meis­ten wenige Standorte, die sich in der Regel in Bahnhofsnähe befinden. Je nach Fahrzeugtyp wird ein unterschiedlich hoher Stunden- oder Tagespauschaltarif fällig. ­Außerdem wird für die gefahrenen Kilometer gezahlt. Die Rechnung wird per Post oder Mail zugestellt.

Die Regionalen

In drei ostdeutschen Bundesländern ist teilAuto vertreten. Zu den Gründungsmitgliedern zählt der VCD-Landesverband Elbe-Saale e.V. Betrieben wird das Carsharing-Unternehmen von der Mobility Center GmbH. Mehr als 11.000 Kunden nutzen die insgesamt 330 Fahrzeuge an 180 Stationen in 15 Städten. Nach einer einmaligen Registrierung erhalten die Nutzer eine Kun­denkarte, mit der das Fahrzeug oder ein Schlüsseltresor geöffnet werden können. Eine Buchung ist vorher online oder per ­Telefon möglich. Der Bordcomputer erfasst die relevanten Daten für die Abrechnung: Gezahlt wird für die Dauer der Nutzung und die gefahrenen Kilometer, wobei die Kosten sowie mögliche Grundpreise abhängig vom gewählten Tarif sind.

Sebastian Hoff

fairkehr 2/2022

Cover der fairkehr 2/2022 zum Thema "Parkraum"