fairkehr VCD-Magazin für Umwelt, Verkehr, Freizeit und Reisen

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Auf dieser Montage ist eine Seilbahn in Bonn vor dem Hochhaus Posttower zu sehen.
Foto: Uta Linnert, iStock/Dikuch, Montage Marcus Gloger
Kinder spielen auf der Straße im autofreien Quartier in Köln-Nippes.
Foto: Nachbarn60 e. V.
Eine Carsharing-Station mit zwei Autos.
Foto: Manuela Meyer/cambio

Magazin 3/2011

Kampagne kämpft für saubere Schiffe

In Häfen und an Küsten verpesten Ozeanriesen die Luft.

„Mir stinkt’s! Kreuzfahrtschiffe sauber machen!“ heißt die Aktion des NABU im Rahmen der verbändeübergreifenden Kampagne „Rußfrei fürs Klima“, an der sich auch der VCD beteiligt.

Beim Kampagnenstart rechtzeitig zum Hafengeburtstag in Hamburg, an dem jedes Jahr luxuriöse Ozeankreuzer einlaufen, wies der Umweltverband darauf hin, dass die 15 größten Seeschiffe der Welt jährlich mehr schädliche Schwefeloxide ausstoßen als alle 760 Millionen Autos weltweit. Das sorge in Häfen und vor den Küsten für giftige Abgaswolken. Weltweit sterben dadurch jedes Jahr bis zu 60.000 Menschen vorzeitig, ­allein in Europa bis zu 24.000 Menschen.

Die Umweltverbände fordern schon seit vielen Jahren, dass die Kreuzfahrtschiffe auf hoher See kein Schweröl mehr verbrennen, ein Abfallprodukt der Erdölproduktion. Stattdessen solle vergleichsweise sauberer Schiffsdiesel in die Tanks kommen. Außerdem sollten die Schiffe Rußfilter installieren – bei Diesel-Pkw längst Standard.

„Die Ozeanriesen sind schwimmende Müllverbrennungsanlagen, aber ohne Abgasreinigung“, so ein NABU-Sprecher. „Hamburg schmückt sich mit dem Titel Europäische Umwelthauptstadt, dann muss der Senat auch für eine bessere Seeschifffahrt sorgen, beispiels­weise durch ein umweltorientiertes Gebührensystem“, kritisiert der NABU die Hafenstadt.

Berichtigung

In ihrer Print-Ausgabe 3/2011 berichtete die fairkehr auf Seite 8 über Luftverschmutzung durch Kreuzfahrtschiffe und verwendete dafür fälschlicherweise das Foto einer Fähre von Viking Line. Viking Line sieht sich damit zu Unrecht mit dem Thema der extremen Luftverschmutzung in Verbindung gebracht. Das Unternehmen stellt sich nach eigenen Angaben durch den Einsatz der besten verfügbaren Technologien der Verantwortung durch die Umwelt. Alle Schiffe sind nach der internationalen Norm ISO 14001 zertifiziert. Viking Line-Schiffe verwenden ausschließlich schwefelarmen Treibstoff, um den Ausstoß luftverschmutzender Schwefelverbindungen zu reduzieren. Die Reederei hat Umweltschutzverfahren entwickelt, die weit über die Vorschriften und Gesetze hinausgehen, die für den Personenverkehr auf der Ostsee gelten, und folgt dem Prinzip des präventiven Handelns, um die Auswirkungen auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten.

fairkehr 2/2022

Cover der fairkehr 2/2022 zum Thema "Parkraum"