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Auf dieser Montage ist eine Seilbahn in Bonn vor dem Hochhaus Posttower zu sehen.
Foto: Uta Linnert, iStock/Dikuch, Montage Marcus Gloger
Kinder spielen auf der Straße im autofreien Quartier in Köln-Nippes.
Foto: Nachbarn60 e. V.
Eine Carsharing-Station mit zwei Autos.
Foto: Manuela Meyer/cambio

Magazin 3/2011

Hamburg sagt autofreien Sonntag ab

Der VCD kritisiert die Europäische Umwelthauptstadt 2011.

Die Stadt Hamburg hat den ­Aktionstag am 19. Juni abgeblasen. Der autofreie Sonntag habe in den vergangenen Jahren bei den Autofahrern nicht den erhofften Erfolg gezeigt und sei zu teuer, hieß es von Seiten der Umweltbehörde. Es werde am Konzept einer Nachfolgeveranstaltung gearbeitet, damit Hamburg dem Titel Umwelthauptstadt gerecht werde. Einzelheiten sollen noch bekannt gegeben werden.

Seit 2008 gab es in der Hansestadt insgesamt sieben autofreie Sonntage. Vor einem Jahr bezeichnete die damalige ­Senatskanzlei den Aktionstag noch als Riesenerfolg. 70000 Hamburger hätten mitgemacht und Busse und Bahnen dank kostenloser Fahrten 50 Prozent mehr Fahrgäste transportiert. Der VCD kritisiert die SPD-regierte Hansestadt für die Entscheidung. Immerhin sei der autofreie Sonntag mit einer Fahrradsternfahrt als eine der beiden Hauptaktionen zur Europäischen Umwelthauptstadt geplant gewesen.

„Wenn Bürgermeister Olaf Scholz allein aufs Auto setzt, muss er so ehrlich sein und den Titel zurückgeben“, sagt Heiko Balsmeyer, Experte für Luftqualität beim VCD-Bundesverband. Die Hafenstadt habe immer noch keine Umweltzone eingerichtet und außerdem ihre Pläne für eine Stadtbahn beerdigt. „So wird Hamburg die europäischen Ziele für saubere Luft nicht einhalten“, betont Balsmeyer. „Es wird peinlich für Scholz und seine SPD, wenn ausgerechnet die Europäische Umwelthauptstadt deswegen Strafe zahlen muss.“

fairkehr 2/2022

Cover der fairkehr 2/2022 zum Thema "Parkraum"