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Magazin 1/2010

Horst Köhlers Verkehrswende beim ADAC

Der Bundespräsident forderte ausgerechnet auf einem ADAC-Empfang mehr Bus und Bahn. 

Es dürfte den Gastgebern nicht unbedingt recht gewesen sein, dass Bundespräsident Horst Köhler im Januar ausgerechnet bei einem Empfang des ADAC mehr Bus und Bahn forderte. „Mobilität, so wie wir sie heute praktizieren, ist nicht zukunftsfähig“, sagte Köhler vor hochrangigen ADAC-Funktionären anlässlich der Verleihung der „Gelben Engel“ für die „Lieblingsautos der Deutschen“ in München. Er forderte, den öffentlichen Nah- und Fernverkehr auszubauen, er gehöre ins Zentrum der Mobilitätspolitik. „Um in Zukunft mobil zu bleiben – und auch, um die Mobilität von Menschen in ärmeren Ländern zu verbessern –, müssen wir umdenken. Und zwar grundlegend“, verlangte der Bundespräsident.

Köhler kritisierte auch, dass der ADAC bei der Bewertung von Automarken in seinem „AutoMarxX“ die „Fahrzeugqualität“ mit 30 Prozent, die Umweltaspekte dagegen nur mit 15 Prozent bewerte. Er finde das – mit Verlaub – überholt. „Wir können uns diese Haltung nicht mehr leisten. Die Umweltfreundlichkeit muss ein vorrangiger Teil der Qualitätsbewertung sein“, sagte Köhler.

Dem Bundespräsidenten und allen 16 Millionen ADAC-Mitgliedern sei hiermit die VCD Auto-Umweltliste empfohlen. Bereits seit 1986 bewertet sie Hunderte Pkw-Modelle ausschließlich unter Umweltgesichtspunkten.

fairkehr 4/2019