fairkehr VCD-Magazin für Umwelt, Verkehr, Freizeit und Reisen

Obere Wilhelmstraße 32 | 53225 Bonn | Telefon (0228) 9 85 85-85 | www.fairkehr-magazin.de

Radfahrende sind auf der Rue de Rivoli in Paris unterwegs.
Foto: Tim Albrecht
Meteorologe Özden Terli steht vor der Wetterkarte.
Foto: ZDF/Torsten Silz
Ein Regionalzug fährt über eine Brücke über den Fluss Sieg.
Foto: Uta Linnert

Service 4/2009

Für mich. Für dich. Fürs Klima.

Fahren und Sparen: Im Rahmen einer Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums berät der VCD Verbraucher, wie sie mit weniger CO2 und mehr Spaß mobil sein können.

Foto: www.istockphoto.comDie Kampagne gibt Tipps, wie Verbraucher klimaverträglich unterwegs sein und dabei ihre Lebensqualität ­steigern können.

Mit 24,5 Millionen Euro unterstützt das Bundesumweltministerium eine Klimaschutzinitiative, die Verbrauchern Freude am Sparen vermitteln soll. „für mich. für dich. fürs klima“ heißt die Kampagne unter dem Dach des Verbraucherzentrale Bundesverbands vzbv. „Wir wollen das riesige Potenzial privater Haushalte zur Einsparung von CO2-Emissionen besser nutzen“, erklärte Umweltminister Sigmar Gabriel zum Kampagnenstart Ende März. Und zwar in fast allen Lebensbereichen: Wohnen, Essen, Einkaufen, Geldanlegen oder Mobilität.

Am Projekt beteiligt sind neben den Verbraucherzentralen der Bundesländer auch der VCD, der Deutsche Mieterbund, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen, Germanwatch und der Verbraucherservice im Katholischen Deutschen Frauenbund.

Die Verbraucherallianz fürs Klima will vor allem Bevölkerungs-gruppen ansprechen, die bisher noch nicht im Mittelpunkt von Klimaschutzkampagnen standen. Das siebenköpfige VCD-Klimateam ist für das Thema „Klimaverträgliche Mobilität“, den Schwerpunkt der bundesweiten Klimakampagne, verantwortlich. „Im Bereich Mobilität können Verbraucher mit am einfachsten und gleichzeitig effektivsten Geldbeutel und Klima schonen“, sagt VCD-Projektleiter Rainer Hauck. „Würde jeder Deutsche lediglich zwei Kilometer mehr pro Tag Rad fahren und das Auto stehen lassen, blieben dem Klima im Jahr zehn Millionen Tonnen CO2 erspart.“

Klein wagen!

Tipps, wie Verbraucher klimaverträglich mobil sein, dabei Geld sparen und ihre Lebensqualität steigern können, gibt es auf dem Internetportal der Kampagne. Unter verbraucherfuersklima.de hat der VCD in der Rubrik Mobilität Informationen zu den Themen Autokauf, Spritsparen, CarSharing, Pendlernetze oder Reisen mit Bus und Bahn zusammengetragen. Außerdem finden Nutzer die Verkehrsmittel im Umwelt-, Kosten- und Zeitvergleich.

„Falls das Portal nicht alle Fragen zum Thema klimaverträgliche Mobilität beantwortet, können sich Verbraucherinnen und Verbraucher direkt an die kostenlose Mobilitätsberatung des VCD-Klimateams wenden, telefonisch oder online“, erklärt Anita Bugiel, die im VCD-Klimaprojekt für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Der VCD produziert außerdem Informationsbroschüren und Faltblätter, die unter anderem bei Aktionswochen verteilt werden.


So starteten die Verbraucherzen­tralen und der VCD Mitte Juli und Mitte August bundesweite Spritsparaktionen. Gemeinsam mit den Klimateams der Verbraucherzentralen gaben VCD-Aktive an Straßen, auf Parkplätzen oder an Ausflugszielen Autofahrern Sprit- und Geldspartipps. Für September sind Aktionswochen zum Thema „Klimabewusster Autokauf“ geplant. Rechtzeitig zur internationalen Autoschau IAA wird der VCD unter dem Motto „klein wagen!“ Verbrauchern aufzeigen, dass ein überdimensioniertes Fahrzeug – sei es in Größe, Leistung oder Ausstattung – nicht nur der Umwelt schadet, sondern auch den Geldbeutel belastet. „Ob Stadtfahrerin, statusbewusster Geschäftsreisender oder Familienmensch: Für alle Typen gibt es schadstoffarme Pkw-Modelle, die wenig verbrauchen“, sagt Anita Bugiel. Weitere Schwerpunkte der Mobilitätskampagne sind die Themen ÖPNV im Herbst und Winter 2009, Rad- und Fußverkehr im Frühjahr 2010 und klimaverträglicher Tourismus im kommenden Sommer.

Die Verbraucherkampagne gibt nicht nur Tipps für den Alltag, sondern setzt sich auch für bessere Rahmenbedingungen für Bürger beim Klimaschutz ein. So geht das Netzwerk der Verbraucherschützer gegen falsche Klimaschutzversprechen in der Werbung vor. Noch immer würden bei vielen Pkw-Modellen die Verbrauchswerte geschönt, warnte vzbv-Chef Gerd Billen bei der Eröffnung der Spritsparwoche Mitte Juli. Das Verbraucherschutznetzwerk der Klimakampagne wies bereits mehrere Hersteller und Händler auf falsche oder fehlende Informationen zum Spritverbrauch in Anzeigen oder Verkaufsräumen hin. Billen ­appel­­lierte an die Autoproduzenten, bei der Entwicklung klima­verträglicher Antriebe nicht nachzulassen und sparsame Modelle stärker zu bewerben.

Die Kampagne läuft bis Ende 2010. Bis dahin soll sie dem Klima insgesamt drei bis vier Millionen Tonnen CO2 erspart haben, die Hälfte davon im Bereich Mobilität. „Deutschland will seine Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 senken. Das kann nur gelingen, wenn sich jeder Einzelne dafür einsetzt“, betont Rainer Hauck vom VCD-Klimateam. „Je mehr Verbraucher sich für Klimaschutz im Alltag entscheiden, desto stärker wächst die Nachfrage nach klimaverträglichen Produkten und Dienstleistungen. Und wo die Nachfrage ist, wird auch das Angebot kommen. Verbraucher haben erheblich mehr Macht, als viele denken.“    

Kirsten Lange

Auf den VCD-Seiten erhalten Verbraucher Informationen und Materialien zu den Aktionen, unter anderem Spritspar-Flyer, Postkarten und Aufkleber. Auf der Kampagnenseite www.verbraucherfuersklima.de finden sie darüber hinaus die Onlineberatung zur klimaverträglichen Mobilität. Die kostenlose Mobilitätshotline des VCD-Klimateams ist unter 0800-2030900 erreichbar, am Montag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 15 Uhr, am Dienstag und Donnerstag von 13 bis 18 Uhr.

 

fairkehr 3/2022

Cover der fairkehr 3/2022 zum Thema Klima: Alarmstufe Rot!