fairkehr VCD-Magazin für Umwelt, Verkehr, Freizeit und Reisen

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Radfahrende sind auf der Rue de Rivoli in Paris unterwegs.
Foto: Tim Albrecht
Meteorologe Özden Terli steht vor der Wetterkarte.
Foto: ZDF/Torsten Silz
Ein Regionalzug fährt über eine Brücke über den Fluss Sieg.
Foto: Uta Linnert

Reise 4/2009

Die richtige Ausrüstung

Wer lange Strecken wandert, trägt die ganze Ausrüstung auf dem Rücken. Da ist es besonders wichtig, dass die Ausrüstung allen Ansprüchen und jedem Wetter gewachsen ist.

Foto: www.istockphoto.deEine mehrtägige Wanderung ist ­erholsam, erlebnisreich und die klimaschonendste Art, den Urlaub zu ­verbringen. Ob mit oder ohne Zeltübernachtung: Mit der richtigen Ausrüstung lässt sich die sportliche Herausforderung in jedem Gelände und bei jedem Wetter ­genießen.

Schuhe: Wer sich für die Wanderung neue Schuhe anschafft, sollte das mindestens vier Wochen vorher tun. So hat er oder sie die Gelegenheit, die Schuhe ausführlich zu testen und eventuell noch einmal umzutauschen. Gute Ausrüstungsgeschäfte bieten dieses Umtauschrecht an, da Wanderschuhe teuer sind und der Kunde mit Sicherheit erst nach der ersten größeren Wanderung sagen kann, ob er richtig gewählt hat.

Das Spektrum der Wanderschuhe reicht von steigeisenfesten Bergstiefeln über normale Bergschuhe mit hohem Schaft bis zu den sogenannten Leichtwander-Halbschuhen oder einer Art stabileren Joggingschuhen. Die Regel: je steiniger der Untergrund, je weniger befestigt die Wege und je höher die Berge, umso fester müssen die Schuhe sein und umso mehr müssen sie aushalten.

Die Schuhhersteller arbeiten mit unterschiedlich geformten Leisten, so dass nicht jeder Schuh zu jedem Fuß passt. Mit ein bisschen Geduld findet aber jede und jeder den optimalen Schuh. Ein paar Markenhersteller bieten sehr gute und günstige Kinderwanderschuhe an.

Rucksack: Besonders wichtig ist der richtige Rucksack. Er muss – je nach Länge der Tour – groß genug sein, um alles zu fassen. Außerdem muss er wie die Wanderschuhe optimal zur Figur passen, damit er eng an Schultern, Rücken und Hüfte sitzt und nicht drückt oder wackelt. Gut gepolsterte Schulter- und Hüftgurte sorgen dafür, dass auch bei großem Tragegewicht nichts einschneidet und das Gesamtgewicht über mehrere Stellen am Körper verteilt werden kann. Praktisch: Viele Rucksäcke haben im Boden eine Regenhülle versteckt, die mit einem Griff übers gesamte Gepäck gezogen werden kann.

Auch hier gilt: Nichts geht übers Probetragen. Gute Ausrüstungsgeschäfte bieten Gewichte an, damit die Rucksäcke unter realen Bedingungen getestet werden können.

Kleidung: Wer viel Fahrrad fährt oder im Alltag zu Fuß geht, besitzt meist sowieso schon eine gute Grundausstattung an Funktionskleidung. Erfahrene Tourenwanderer oder -radler nehmen maximal zwei Wäschegarnituren mit. Über Nacht wird gewaschen und getrocknet. Das klappt aber nur, wenn alle Teile extrem schnell trocknen. Bewährt hat sich für den Oberkörper die klassische „Zwiebel“-Ausrüstung: Unterhemd, T-Shirt, dünnes Langarm-Fleece, etwas dickere Fleece-Jacke mit Windschutz. Das Karo-Wanderhemd mit langen oder kurzen Armen darf nach wie vor nicht fehlen. Es ist extrem leicht, trocknet schnell und bietet an Armen und Nacken einen guten Sonnenschutz, wenn man den ganzen Tag über der Baumgrenze unterwegs ist. Wenn der Stoff knitterfrei ist, sieht es auch nach einer Woche im Rucksack noch gut aus.

Bei der Wahl der Wanderhose spielt der persönliche Geschmack eine große Rolle. Wichtig ist, dass die Hose – falls sie mal nass wird oder gewaschen werden muss – schnell trocknet. Praktisch sind abzippbare Hosenbeine – nicht nur, weil man die lange Hose dadurch ruckzuck in eine kurze verwandeln kann. Wer das untere Hosenbein vor Schlammstrecken in den Rucksack packt, hat danach im­mer noch eine saubere Hose.

Unbedingt notwendig ist natürlich eine Schirmmütze oder ein Sonnenhut als Schutz für den Kopf. Gegen Regen schützen je nach Vorliebe Regenjacke und  -hose und/oder der Wanderschirm.

Versorgung klären!

Rufen Sie vorher auf Hütten oder in Berggasthöfen an und fragen Sie nach, ob es dort Abendessen, Frühstück oder Lunchpakete gibt. Manche Hütten haben einen kleine Laden, in dem man Brot oder Schokolade für unterwegs kaufen kann. Quellen sind auf guten Wanderkarten eingezeichnet. Genügend Flüssigkeit ist überlebenswichtig! Erste-Hilfe-Aus­rüs­tung, Notapotheke und Taschenlampe müssen ebenfalls unbedingt ins Gepäck.

Wenn die Mehrtagestour ins Hochgebirge oder in sehr einsame Gegenden führt, sollten neben ausreichend Wasser und Proviant auch Schlafsack und Zelt im Gepäck sein. So kann man sich bei Nebel- oder Kälteeinbrüchen, Unwetter, Erschöp­fung oder Verletzung erst einmal in Sicherheit bringen. Im Sommer, wenn die Hütten sehr voll oder gar ausgebucht sind, bietet das Zelt außerdem häufig die bequemere und flexiblere Übernachtungsalternative. Vorher bei den Hütten nachfragen, ob Zelten erlaubt ist!

Unter www.vertraeglich-reisen.de gibt es eine Checkliste fürs Rucksackpacken inklusive Campingausrüstung mit vielen Produktinformationen und Einkaufshilfen.

Foto: www.vaude.deLanger Rücken, breite Schultern? Wie ein gutes Paar Wanderschuhe muss auch der Rucksack genau zum Körperbau passen. Wer das Gepäckschleppen scheut, kann seinen Rucksack auch transportieren lassen.

Gepäcktransport

Streckenwandern wird immer beliebter. Um von diesem Trend zu profitieren, weisen viele ­Tourismusregionen entsprechende Mehrtagestouren aus und bieten den Gepäcktransport von Unterkunft zu Unterkunft an. Diese Touren sind dann über Reiseveranstalter oder das lokale Tourismusbüro buchbar. Auch Hoteliers an häufiger begangenen Fernwanderwegen fahren die Koffer ihrer Gäste auf Nachfrage schon mal in die nächste Unterkunft.
Wer noch nie mehrere Tage am Stück gewandert ist und das Tragen des Gepäcks scheut, kann so einen erleichterten ersten Eindruck von der Idee des Fernwanderns bekommen.

Die Nachteile liegen auf der Hand: Wandern ist neben Fahrradfahren die energiesparendste und leiseste Fortbewegungsart. Die dafür nötige Infrastruktur greift kaum in den Naturraum ein. Diese Vorteile gehen durch den Gepäcktransport verloren. Auch die Spontanität leidet: Größere Abstecher oder ein flexibles Umplanen der Route sind bei vorher festgelegtem ­Gepäcktransport nur schwer möglich. Der Wanderer muss in der Nähe einer Autoinfrastruktur bleiben und ist gezwungen, immer wieder zum Gepäck zurückzukommen.

fairkehr 3/2022

Cover der fairkehr 3/2022 zum Thema Klima: Alarmstufe Rot!