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Titel 2/2009

Los geht’s!

Die Kampagne „Kopf an: Motor aus“ startete in Berlin mit prominenter Unterstützung.

Fotos: Marcus GlogerSchwimmerin Britta Steffen, Sängerin Judith Holofernes und Profiköchin Sarah ­Wiener bekennen sich aus ganz persönlichen Gründen zu den Zielen der Kampagne.

Besser hätte das Wetter nicht sein können. Am 31. März, dem ersten strahlenden Frühlingstag des Jahres, startet die Agentur fairkehr zusammen mit ihrer Projeketpartnerin Velokonzept in Berlin Deutschlands erste Kampagne für Fuß- und Radverkehr.

150 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Medien, führende Vertreter der Fahrradindustrie und der Umweltverbände wa­ren zum Eröffnungsevent in die Akademie der Künste direkt am Brandenburger Tor gekommen. Akademiepräsident Klaus Staeck, selbst VCD-Mitglied der ersten Stunde, freute sich, Ausführende und Teilnehmer des Klimaprojektes in seinem Haus begrüßen zu können, und bekundetet seine Solidarität.

Auch der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Ulrich Kasparick würdigte die Kampagne ausdrücklich als wertvolle Motivationsspritze für mehr emissionsfreie Mobilität. „Die Imagekampagne gibt hoffentlich so manchem den nötigen Kick, auf das Rad umzusteigen“, sagte Kasparick in Berlin. „Die Bundesregierung gibt das Geld für die Infrastruktur. Wir bauen Radwege an Bundesstraßen und Wasserwegen für immerhin 90 Millionen Euro. Für das Wegenetz in der Stadt sind die Kommunen zuständig.“ Das Bundesverkehrsministerium unterstützt die Initiative des Umweltressorts im Sinne des gemeinsamen Ziels, die Treibhausgase im Verkehr zu reduzieren.

Viel in Bewegung setzen

Die Kampagne erfährt außerdem prominente weibliche Unterstützung: Judith Holofernes, die Sängerin der Popgruppe "Wir sind Helden", die Doppelolympiasiegerin im Schwimmen Britta Steffen und die Starköchin Sarah Wiener bekennen sich aus unterschiedlichen Gründen zu den Kampagnenzielen. Holofernes will Klimaschutz zu einem Teil der Popkultur machen. „Wir erreichen viele junge Menschen und können eine Menge in Bewegung setzen“, sagte sie anlässlich des Projektstarts. Britta Steffen appelliert an das Körperbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger. „Es muss ja nicht gleich jeder Leistungssport betreiben, aber die alltäglichen Wege mit eigener Kraft zurückzulegen, bringt schon eine Menge für Fitness und Gesundheit."

Sarah Wiener, die mit ihrer Stiftung die Ernährungsgewohnheiten von Kindern verbessern will, fordert mehr Sport in den Schulen. „Ähnlich wie beim Fast Food verlieren wir auch bei der Mobilität das menschliche Maß aus dem Auge“, sagte Wiener vor dem Brandenburger Tor. Zu Fuß eine Stadt zu erkunden, sei ein viel intensiveres Erlebnis, als nur mit dem Auto durchzufahren.

Alle sind angetreten, Lust auf Fahrradfahren und Zu-Fuß-Gehen zu machen. Als die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Startevents gemeinsam durchs Brandenburger Tor Richtung Kam­pagnenzelt laufen oder mit den bereitgestellen Rädern der Zweiradindustrie hindurchfahren, freuen sie sich über den sonnigen Ausflug. „Endlich macht es wieder Spaß, aufs Rad zu steigen. Der Frühling kommt“, sagt Staatssekretärin Astrid Klug unter dem blauen Himmel auf dem Pariser Platz. „Wir können als Bundesregierung nicht beschließen, dass die Leute aufs Rad umsteigen, wir brauchen Menschen, die mitmachen“, spricht die Umweltpolitikerin in die Mikrophone der wartenden Journalisten. An einem strahlenden Tag wie diesem müssten das eigentlich alle verstehen. Der Zeitpunkt hätte nicht besser gewählt sein können.

Uta Linnert

Zu den Interviews mit Judith Holofernes, Britta Steffen und Sarah Wiener

fairkehr 4/2022

Cover der fairkehr 5/2022, "Schwere Last fürs Klima"