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Service 3/2019

Lastenräder für Familien

Die bessere Familienkutsche

Mobil mit Kindern und Gepäck: Immer häufiger ersetzen Lastenräder das eigene Auto.

Eine Frau transportiert ihre Kinder mit einem Lastenrad im Straßenverkehr. Sie lächelt in die Kamera.
Einkaufen oder Kinder
mitnehmen, das macht Luzie Gilde mit ihrem Lastenrad. Und zwar bei jedem Wetter.

Zumindest in den Städten ist es unübersehbar: Immer mehr Familien bewältigen ihren Alltag mit einem Lastenrad. So wie Familie Krause in Hannover: „Wir haben unser Auto 2014 abgeschafft und durch ein Lastenrad ersetzt“, berichtet Vater Michael. Seine Töchter Martha und Marie, fünf und neun Jahre alt, werden damit zu Kita und Schule, zu Freunden und zum Sport gefahren. Das Lastenrad wird auch als Transporter genutzt, wenn es zum Schrebergarten oder zum Einkauf geht. Selbst für den Umzug kam es zum Einsatz.

Michael und seine Frau Ilona hatten sich für ein zweirädriges Lastenrad entschieden, das sie in der Tiefgarage ihres Hauses abstellen. Familie Gilde hingegen setzt auf ein dreirädriges Modell: „Das war die beste Investition der letzten Jahre“, schwärmt Mutter Luzie. Sie und ihr Mann befördern darin ihre Kinder, die anderthalb und drei Jahre alt sind. Das Rad biete sehr viel Platz und vermittle ein gutes Sicherheitsgefühl, sagt Luzie. Alle Alltagswege und Einkäufe sind damit locker zu bewältigen - und das bei jedem Wetter. Bald soll es mit dem Lastenrad sogar in den Familienurlaub gehen.

Lastenräder stark im Aufwind

Anika Meenken, Sprecherin für Radverkehr und Mobilitätsbildung beim VCD, sieht Lastenräder stark im Aufwind. Das liege unter anderem an vielen Förderprogrammen, erklärt sie: „Lastenräder stehen außerdem für eine bestimmte Lebenseinstellung. Ich setze damit auch ein Statement für nachhaltige Mobilität.“ Eine gute Alternative seien Kinderanhänger. Kindersitze erfreuten sich nach wie vor großer Beliebtheit. Wofür sich Familien entscheiden, hänge unter anderem davon ab, wie viel Geld sie ausgeben wollen und wie viel Platz vorhanden ist, erläutert die Fahrradexp­ertin.

Im Idealfall gibt es für die Fahrradmobilität eine eigene Garage – so wie bei Familie Halfmann: Sie stellt darin neben dem Lastenrad acht Fahrräder, zwei Roller und einen Lastenanhänger ab. Für ein Auto ist kein Platz. Aber das braucht die vierköpfige Familie ohnehin nicht. „Wir hatten keine Lust mehr, mit dem Auto in der Stadt zu fahren. Schneller als mit dem Fahrrad waren wir damit auch nicht. Deshalb haben wir den Wagen abgeschafft“, erklärt Vater Dieter.

Sebastian Hoff

Tipps zur Finanzierung

Eine Familie fährt mit Ihren Fahrrädern aus einer Tiefgarage heraus.
Familie Krause hat das Auto abgeschafft und parkt stattdessen das Lastenrad in der Tiefgarage.

Die Anschaffung von Lastenrädern wird von vielen Kommunen und Bundesländern unterstützt. Nähere Informationen zu Förderprogrammen finden sich unter www.cargobike.jetzt/tipps/cargobike-kaufpraemien

Wer gerne ein Lastenfahrrad nutzen, aber sich kein eigenes anschaffen möchte, findet in vielen Städten Verleihsysteme. Eine Übersicht bietet die Website
www.cargobike.jetzt/tipps/staedteliste-sharing-systeme

Ein weiterer Tipp: Diensträder sind aktuell nur mit 0,5 Prozent des Brutto­Listenpreises zu versteuern, und viele Arbeitgeber zahlen Zuschüsse. Auf diese Weise lassen sich vergleichsweise teure Lastenräder sowie E-Bikes finanzieren. Seit Anfang des Jahres werden zudem Leasingmodelle angeboten. Weitere Infos stehen unter www.vcd.org/dienstraeder

fairkehr 3/2019