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VCD aktiv 5/2018

VCD-Aktivenwettbewerb

Sonderpreis „Dicke Bretter“

Viele VCD-Aktive engagieren sich seit Jahrzehnten. Der Bundesverband hat die Gruppen Regensburg und Pforzheim/Enzkreis für ihre Ausdauer ausgezeichnet.

Aktive Verkehrspolitik: Der VCD Regensburg mit seinem Vorsitzenden Wolfgang Bogie (Bildmitte) geht einmal im Jahr mit Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung auf Radtour durch die Stadt.

Dank VCD gibt es diese Bahnverbindung noch: Der Klosterstadt-Express bringt jede Saison ein paar Tausend Besucherinnen und Besucher bis fast vor die Tore des Weltkulturerbes Kloster Maulbronn. Seit mehr als 20 Jahren setzt sich der VCD Pforzheim/Enzkreis dafür ein, dass der Zug von Mai bis Oktober sonntags sowie an Feiertagen fährt und außerdem zu besonderen Veranstaltungen. VCD-Vorsitzender Matthias Lieb und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter erfanden den VCD-Klosterstadt-Express 1997. Damals wollte die Deutsche Bahn das letzte Teilstück nach Maulbronn-Stadtbahnhof stilllegen. Zunächst übernahm der VCD den Zugbetrieb inklusive Finanzierung. Heute betreibt die Kulturbahn, eine DB-Tochter, die Strecke von Tübingen über Pforzheim bis Maulbronn-Stadtbahnhof, finanziert vom Land und der Stadt. VCD-Aktive arbeiten ehrenamtlich als Zugbegleiter. An Bord informieren sie über Fahrpläne, Tarife und Sehenswürdigkeiten. Immer wieder müsse der VCD gegen Pläne kämpfen, den Zugverkehr auf der Strecke einzustellen, so Matthias Lieb. „Beharrlichkeit ist wichtig!“, betont er. Für ihre Ausdauer hat der VCD-Bundesverband die Aktiven aus Pforzheim/Enzkreis mit dem Sonderpreis „Dicke Bretter“ im VCD-Aktivenwettbewerb ausgezeichnet.

Die zweite „Dicke Bretter“-Ehrung ging an den VCD Regensburg. Dort engagiert sich der Kreisverband seit zehn Jahren mit seiner verkehrspolitischen Radtour für sicheren Radverkehr. Seit 2008 laden die Aktiven einmal im Jahr Lokalpolitikerinnen und -politiker sowie Verwaltungsmitarbeiter auf eine Radtour durch ein Stadtviertel ein.

Lobbyarbeit auf dem Sattel

Die VCD-Aktiven weisen auf gefährliche Kreuzungen, zu schmale Wege, zu wenig Abstellmöglichkeiten oder fehlende Verbindungen über Schienen und Flüsse hin. Auf der anderen Seite zeigen sie, wo Radler bereits sicher unterwegs sind. Es seien immer ein bis zwei Mitglieder jeder Stadtratspartei sowie mindestens ein Verwaltungsvertreter oder eine -vertreterin dabei, sagt Initiator und VCD-Vorsitzender Wolfgang Bogie. Einige setzten sich danach für konkrete Verbesserungen ein: für mehr Abstellanlagen oder sichere Fahrradwege. Mittlerweile hat die Stadt viele Einbahnstraßen in Gegenrichtung für den Radverkehr freigegeben und stellt Fahrradbügel auf. Für seine Lobbyarbeit auf dem Sattel erhielt der VCD außerdem eine Anerkennung beim Umweltpreis Regensburg.

Kirsten Lange

 

fairkehr 5/2018