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Service 5/2018

fairkehr stellt vor

Unsere liebsten Mobilitäts-Apps

Kleine Programme auf dem Smartphone können das Unterwegssein angenehmer, schöner und umweltbewusster machen. Wir stellen unsere liebsten Mobilitäts-Apps vor.

DB Navigator

Seit etwa zehn Jahren pendle ich nun schon mit dem Regionalexpress vom Umland in die VCD-Bundesgeschäftsstelle nach Berlin Mitte. Seitdem ich ein Smartphone besitze, ist der

DB Navigator fester Bestandteil meines Homescreens. Gefühlt ist er eine meiner am häufigsten genutzten Apps. Tatsächlich verrät mir die Statistik, dass ich ihn in den letzten sieben Tagen nur etwa drei Minuten aktiv genutzt habe. Wohingegen ich gute drei Stunden mit meinem Browser oder mehr als zwei Stunden mit E-Mails oder Chats beschäftigt war. Das hat mich erstaunt!

So nutze ich die App tatsächlich: DB-Navigator öffnen, schneller Blick auf meine gespeicherte Verbindung, Zug fährt pünktlich, fertig. Hier ist der

DB Navigator stark. Als Pendlerin sehe ich dort, ob meine Verbindung klappt, wann es Baustellen oder Ausfälle gibt und welche Alternativen ich dann nutzen kann. Erfahrungsgemäß sind die Daten zügig aktualisiert und die angebotenen Alternativen sinnvoll. Zumindest, was den von der Deutschen Bahn betriebenen Verkehr angeht. Will ich mal woanders hin und suche Verbindungen, die auch Verkehrsmittel anderer Verbünde einbeziehen, ist das Ergebnis manchmal umständlicher dargestellt.

Die App wird beständig weiterentwickelt. Stürzte sie früher oft ab, läuft sie mittlerweile sehr stabil. Die Integration von 17 Verkehrsverbünden hat das Handy-Ticket jetzt sehr attraktiv gemacht. War früher eine Preisauskunft oft nicht möglich, kann ich Tickets jetzt einfach über die App buchen – Anstehen am Automaten oder Schalter nicht mehr nötig. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die Erstattung von Ticketpreisen, zum Beispiel aufgrund von deutlichen Verspätungen, genauso einfach ist. Derzeit muss ich das Fahrgastrechteformular noch heruntergeladen, ausdrucken, handschriftlich ausfüllen und per Post verschicken. Eine Entschädigung, so einfach wie der Kauf, das sollte das Ziel sein.

Laureen Wendt, VCD-Öffentlichkeitsarbeit

Regenradar

Pflotsh
RainToday

Regnet es gleich? Hört es bald auf zu regnen? Zuverlässige Antworten auf diese Fragen sind die wichtigsten Infos, die ich als Alltagsradfahrerin brauche – manchmal mehrmals täglich. Natürlich gibt es für den Regenradar nicht nur eine App zum Herunterladen. Weil ich mich nicht gut entscheiden kann, nutze ich zwei verschiedene: RainToday, weil die App einfach und schön ist. Ich nutze sie, um morgens schnell zu entscheiden: Regenhose und -jacke anziehen oder einpacken? Bei Pflotsh stimmen die Regenansagen fast auf die Minute genau und der Name klingt so schön. Er bedeutet Schneematsch auf schweizerisch. An vielen Tagen im Jahr reicht aber auch der Blick aus dem Fenster und ich weiß: Heute ist ein guter Tag zum Radfahren.

Valeska ZepP, fairkehr-Redakteurin

Modalyzer

Gut die Hälfte meiner Wege lege ich zu Fuß und mit dem Fahrrad zurück. Das hätte ich nicht erwartet. Ein paar wenige, aber weite Zugfahrten haben meinen CO2-Fußabdruck in den letzen Tagen um 40 Kilogramm vergrößert. Immerhin konnte ich mit der Bahn so über 600 Kilometer reisen. In einem Auto wäre ich mit diesem CO2-Budget keine 300 Kilometer weit gekommen.

Mit der App Modalyzer erfasse ich mein Mobilitätsverhalten. Die App trackt dafür fortlaufend meine Bewegungsdaten und versucht dabei abzuschätzen, mit welchem Verkehrsmittel ich unterwegs bin. Das funktioniert noch nicht einwandfrei. Wenn ich mit dem Fahrrad an vielen Ampeln halte, bin ich so langsam, dass mich der Modalyzer schnell in die Kategorie Fußgänger steckt. Nicht selten dauert eine Rotphase so lang, dass die App meint, ich hätte mein Ziel erreicht. Die meisten Daten bearbeite ich am Ende des Tages ein paar Minuten lang nach. Was lästig erscheint, belohnt die Anwendung mit eindrücklichen Diagrammen. Sie zeigen mir meine Ökobilanz oder wie viele Wege ich mit welchem Verkehrsmittel zuücklege und wie schnell ich reise.

Die App nutzt sehr persönliche Daten. Trotzdem mache ich mir um Missbrauch keine Sorgen, denn hinter der App steht das Berliner Mobilitätsforschungsinstitut InnoZ. Anstatt mir Anzeigen der Geschäfte zuzusenden, an denen ich jeden Tag vorbeigehe, bieten mir die Entwickler die Möglichkeit, meine Bewegungsdaten pseudonymisiert an weitere Forschungsprojekte zu spenden. Für mich ein sinnvoller Grund zur Datenerhebung.

Philipp Kosok, VCD-Referent für Verkehrspolitik 

Komoot

Auf einer Radtour durch den Norden Deutschlands habe ich mich mit der Navi-App Komoot angefreundet. Es geht ganz einfach: Komoot generiert eine Route zum Tagesziel. Diese kann man anschließend anpassen – auch noch unterwegs. Wer keine Lust hat, entlang der Bundesstraße zu fahren, gibt Wegepunkte in die Pampa ein oder steuert auf abseits gelegene Weiler zu. Komoot passt den Weg dann klaglos an. So haben wir sandige Pfade in der Heide entdeckt und einsame Strecken durch Wälder und Wiesen gefunden. Die Ansagestimme weist freundlich den Weg und im Display zeigt komoot die Beschaffenheit der Wege, das Höhenprofil der Strecke und die verbleibende Fahrtzeit an. Die klassische Fahrradkarte kommt da nicht mit, hilft aber, den Überblick zu behalten. Im Vergleich mit dem Fahrrad-Navigationsgerät schneidet Komoot in meinen Augen besser ab. Die digitalen Karten auf dem großen Smartphone-Display sehen einfach schöner aus und sind perfekt lesbar. Am besten einen Zusatz­akku mitnehmen, damit dem Handy unterwegs nicht der Saft ausgeht.

Uta Linnert, fairkehr-Redakteurin

Google Maps

Wie kommen wir zu Fuß ins neue Altstadt-Café, was ist die schnellste Fahrradroute von Bonn nach Brühl, wo liegt das Ferienhauses in spe? Schauen wir mal bei Google Maps nach! Die Karten-App hat in den vergangenen Jahren immer mehr nützliche Funktionen bekommen. Mittlerweile erlaubt sie es sogar, Kartenbereiche für die Offline-Navigation herunterzuladen. In größeren Städten zeigt sie Bus- und Bahnverbindungen mit Live-Abfahrtszeiten an. Bevor mein Freund und ich eine Unterkunft für den Kletterurlaub reservieren, schauen wir auf die weltweiten Satellitenbilder, die Google Maps bereitstellt: Wachsen auf dem Campingplatz viele schattenspendende Bäume? Liegt die Pension in einem Ort, in dem es wenigstens ein Gasthaus gibt? Und wie bewerten andere Nutzer die Pension und das Gasthaus? GoogleMaps ist unser Reiseführer. Die Fahrradnavigation müsste allerdings noch besser ans Radwegenetz angepasst werden. Auch abgelegene Wanderrouten fehlen. Die kleine Open-Scource-Schwester OpenStreetMap kennt mehr kleine Wege.

Kirsten Lange, Fairkehr-Redakteurin

CityMapper

Zwischen Aufstehen und Frühstück ploppt automatisch die Busverbindung zur Arbeit auf meinem Smartphone auf. Die Funktion „Bring mich zur Arbeit/nach Hause“ der App Citymapper schätze ich sehr. Echtzeit­infos zeigen frühzeitig, ob der Bus pünktlich ist oder ob ich noch etwas erledigen kann. Die App funktioniert bisher in 50 Metropolen weltweit. Ich benutze sie vor allem in Berlin. Obwohl ich hier lebe, ist es unmöglich, alle Verbindungen und die cleversten Verkehrsmittel-Kombinationen zu kennen. Die zeigt mir CityMapper. Die App hat ein schönes Design und lässt sich intuitiv bedienen. Sie zeigt mir, ob ich besser in den Bus steige oder die Tram nehme. Sie hilft mir bei der Entscheidung, ob ich ein Stück zu Fuß gehe oder mit meinem Faltrad zehn Minuten bis zur U-Bahn fahre, die dann ohne Umsteigen zum Ziel führt. Die App denkt mit. Sie sagt mir auch, dass ich besser vorne in die U-Bahn steige, weil ich dann am Zielbahnhof gleich an der richtigen Treppe rauskomme. Spätnachmittags ploppt die Verbindung für den Nachhauseweg auf – egal, wo ich gerade bin.

Paula Ruoff, VCD-Aktive

fairkehr 5/2018