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Magazin 5/2018

Wechsel an der Spitze

Neue VCD-Bundesvorsitzende gewählt

Kerstin Haarmann will den erfolgreichen Aufbruch der letzten Jahre fortführen. Staatssekretär Jochen Flasbarth fordert in seinem Grußwort eine ökologische Steuerreform.

Die Delegierten haben einen neuen VCD-Bundesvorstand gewählt: Katja Diehl, Thomas Mager, Jürgen Walter, Kerstin Haarmann, Stefan Bajohr, Ingrid Ahrens, Matthias Kurzeck (v.l.n.r.)

In Hofgeismar bei Kassel hat die Bundesdelegiertenversammlung des VCD am 10./11. November Kerstin Haarmann zur neuen VCD-Bundesvorsitzenden gewählt. Haarmann war von 2009 bis 2011 Bundesgeschäftsführerin des VCD und in den letzten zwei Jahren Schatzmeisterin im Bundesvorstand. Sie übernimmt den auf zwei Jahre gewählten Vorsitz in Ehrenamtsfunktion von Wasilis von Rauch, der nicht mehr kandidierte. Neu gewählt in den VCD-Bundesvorstand wurden Katja Diehl aus Hamburg, Stefan Bajohr aus Düsseldorf und Jürgen Walter aus Dortmund. Im Amt bestätigt wurden Ingrid Ahrens, Thomas Mager und Matthias Kurzeck.

„Der VCD ist der Verband der Verkehrswende“, so Haarmann. „Wir bewegen Menschen und laden alle herzlich ein, die umweltschonend, sicher und komfortabel unterwegs sein wollen, sich an unseren Aktionen zu beteiligen. Wir kämpfen dafür, dass jede und jeder ohne Auto gut mobil sein kann – egal ob auf dem Land oder in der Stadt.“ Die 84 Delegierten und der Vorstand des VCD bedankten sich bei Wasilis von Rauch, der in den letzten zwei Jahren die Neuausrichtung des VCD hin zu einem aktionsorientierten Umweltverband wesentlich vorangebracht hat. Von Rauch stellte inhaltliche Weichen neu – weg vom Fokus auf einzelne Verkehrsmittel hin zu einem multimodalen Ansatz, der eine flexible und umweltschonende Mobilität für Menschen in den Mittelpunkt stellt. Mit ihm erschloss sich der VCD neue Allianzen und Aktionsformen für die Verkehrswende von unten. Wie im Haushaltsbericht der Schatzmeisterin deutlich wurde, freut sich der Verband über eine gesunde Finanzlage.

Aktivenprojekte prämiert

Am Samstag hielt Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, ein Grußwort. Er sprach sich für eine ökologische Steuerreform aus: „Es ist ein Fehler, dass Strom, der immer erneuerbarer wird und den wir immer mehr im Verkehr einsetzen wollen, in hohem Maße mit staatlichen Abgaben belegt ist, während fossile Kraftstoffe für eine Verkehrswende zu günstig sind“, so Flasbarth, der 1986 zum Gründungsvorstand des VCD gehörte.

Am Abend wurden die Gewinner des Aktivenwettbewerbs ausgezeichnet. Die Rekordzahl von 22 eingereichten Beiträgen spiegelte die Vielfalt, das tolle Engagement und die beeindruckende Kreativität der VCD-Aktiven wider. Den ersten Platz teilten sich der LV Bayern und der KV Freising/Erding/Dachau für ihre „Saubere Luft“-Kampagne. Mit eigenen Messungen zeigten sie, dass auch in mittleren Städten die NO2-Messwerte massiv überschritten werden. Den zweiten Preis gewann der RV Rhein-Neckar für die Einrichtung einer Abstellanlage für Tretroller an einer Grundschule. Den dritten Platz belegte der RV Südbaden für die Einrichtung eines Onlineportals für grenzüberschreitende Ausflüge mit Bus und Bahn ins Elsass. Sonderpreise gingen an die OG Bad Kreuznach, den RV Köln, den KV Hildesheim und den KV Karlsruhe.

VCD/Tim Albrecht

fairkehr 5/2018