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VCD aktiv 1/2019

VCD-Aktiven-Porträt

„Im VCD sind viele tolle Menschen“

VCD-Nord-Vorstandsmann Rainer Schneider kämpft in Hamburg für den Bahnhof Altona. Der Mitbegründer des VCD Karlsruhe findet: Die Aktiven sind das Wertvollste im VCD.

Radfahrer Rainer Schneider setzt sich auch für Tempo 30 in der Stadt ein.

Er wollte sich nicht jeden Abend über Mathe-Übungsblätter beugen und nicht nur mit Kommilitonen diskutieren. Deshalb trat Rainer Schneider als Student 1982 in die Karlsruher Umweltschutzorganisation BUZO ein. Aus der heraus entstand fünf Jahre später der VCD-Kreisverband. „Beim VCD gibt es eine Menge toller Leute“, sagt der 56-jährige Wirtschaftsingenieur. „Das ist ein Riesenpfund.“ Die Menschen seien das Wertvollste im VCD, ohne Wenn und Aber. Überall in der Republik könne er Leute treffen, mit denen er auf einer Wellenlänge funke, die das gleiche Thema beschäftige wie ihn selbst.

Das half dem Badener, als er 1999 wegen des Jobs nach Hamburg zog. Beim VCD-Landesverband Nord ist er heute im Vorstand, außerdem engagiert er sich im bundesweiten VCD-Arbeitskreis ÖPNV. Schneider, der in der Stadt fast ausschließlich mit dem Fahrrad unterwegs ist, beschäftigt sich auch beruflich mit Bus und Bahn. Nach 30 Jahren Festanstellung, davon 16 bei einer Tochter der Hamburger Hochbahn, hat er sich 2017 als Berater für Verkehrsunternehmen und -verbünde selbstständig gemacht.

Schneiders Expertenwissen hat ihm sein größtes VCD-Projekt beschert – und das bisher erfolgreichste des VCD Nord. Gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Prellbock Altona“ haben Schneider und seine VCD-Mitstreiter vorerst verhindert, dass der Kopfbahnhof Altona für den Fernverkehr dichtgemacht wird. Stadt und DB wollen einen neuen Bahnhof bauen, zwei Kilometer weiter nördlich, an der S-Bahn-Station Diebsteich. In der Peripherie, wie Schneider sagt. Für viele Fahrgäste bringe das große Nachteile.

Projekt freiwillig an der Backe

Mit einem Eilantrag beim Hamburger Oberverwaltungsgericht erwirkte der VCD einen vorläufigen Baustopp. Das Urteil im Hauptsacheverfahren steht noch aus. Die Verhandlung findet vermutlich in der zweiten Jahreshälfte statt. Seit mehr als einem Jahr investiert Schneider viel Zeit und Energie in den Kampf für den Kopfbahnhof – meistens gern: „Man kann sagen: Ich habe das Thema freiwillig an der Backe.“ Keinen Spaß machen ihm die Einschüchterungsversuche der Gegenanwälte und die Tatsache, dass der VCD Nord überhaupt gegen die DB und das Eisenbahnbundesamt vorgehen müsse. Doch es sei die letzte Möglichkeit, eine fachliche Auseinandersetzung mit DB und Stadt zu erwirken. „Wir wollen das System Schiene ja stärken!“, betont Schneider. Er freut sich darüber, dass der VCD als sachlicher Gesprächspartner ernst genommen werde. So berichtete unter anderem die ZEIT, wie der Verkehrsclub und seine Mitstreiter die oberflächlichen Planungen der DB mit viel Fachwissen aufschlüsselten. Überhaupt – die Mitstreiter: Schneider gefällt die Zusammenarbeit mit „Prellbock Altona“. „Die Zukunft des VCD kann es sein, mehr mit starken lokalen Initiativen zu kooperieren“, sagt der Mann, der den Austausch mit Gleichgesinnten so mag.

Kirsten Lange

Gesichter des VCD 2019

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fairkehr 5/2018