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Service 1/2019

Interview mit Gregor Gaffga

Arbeiten als Radbeauftragter

Ausbildung, Studium - und was kommt dann? Ein Verkehrsingenieur berichtet aus seinem Joballtag.

Gregor Gaffga ist Radverkehrsbeauftragter der Stadt Konstanz. Der 30-Jährige ist VCD-Mitglied und wurde vom VCD-Projekt 2050 bei seiner Diplomarbeit unterstützt.

fairkehr: Herr Gaffga, Sie arbeiten als Radverkehrsbeauftragter bei der Stadt Konstanz am Bodensee. Was sind Ihre Aufgaben?

Gregor Gaffga: In meinem Job bin ich Ansprechpartner für Radverkehrsplanung und Radverkehrsförderung für die Kollegen in der Stadtverwaltung und für die Bürgerinnen und Bürger. Ich setze das Handlungsprogramm Radverkehr der Stadt um, mache die Finanzplanung für den Radverkehr und beantrage Fördermittel. Kleinere Planungen mache ich selbst, beispielsweise für Markierungen auf den Straßen, die Positionierung von Abstellanlagen oder die Absenkung von Bordsteinen. Größere Planungen übernimmt das Tiefbauamt. Zudem ist es mir wichtig, die Öffentlichkeit via Twitter und Facebook zu informieren.

Können Sie in Konstanz etwas bewegen?

Auf jeden Fall. Nach meinem Gefühl mehr als bei einer Lobbyorganisation oder einem Planungsbüro. In Konstanz habe ich ein offenes Arbeitsumfeld und bin als Mitarbeiter der Stadtverwaltung direkt vor Ort. Das ist mir wichtig. In manchen Dingen braucht man in einer Verwaltung durch die Abstimmungsprozesse – auch mit den politischen Gremien – einen langen Atem, aber viele Projekte laufen schon und sind sichtbar, beispielsweise die neue Fahrradstraße.

Wie sind Sie Radbeauftragter geworden?

Ich habe an der TU Dresden mein Diplom als Verkehrsingenieur gemacht und mich während des Studiums auf Radverkehr spezialisiert. Meines Wissens nach gibt es in Deutschland keine Vorlesungen zum Thema Radverkehr, also habe ich selbst eine Veranstaltungsreihe zu dem Thema organisiert. Zudem habe ich Praktika im Radfahrbüro der Stadt Frankfurt und bei dem auf Radverkehr spezialisierten Planungsbüro PGV in Hannover gemacht.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Job?

Meine Aufgaben sind abwechslungsreich, meine Arbeit wird direkt in der Stadt sichtbar und ich kann Klimaschutzmaßnahmen umsetzen. Dass meine Arbeit bei den Bürgerinnen und Bürgern gut ankommt, merke ich an den Rückmeldungen der Menschen.

Interview: Benjamin Kühne 

fairkehr 5/2018