fairkehr VCD-Magazin für Umwelt, Verkehr, Freizeit und Reisen

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Reise 1/2017

Europas grüne Hauptstädte

Die EU vergibt den „Green Capital Award“ an Städte, die sich vorbildlich engagieren: unter anderem für besseren öffentlichen Verkehr und sauberere Luft sowie gegen den Klimawandel.

Foto: Nea Culpa d.o.o.Autofreie Innenstadt in Ljubljana: Die Menschen gehen zu Fuß, fahren Rad oder nehmen den kostenlosen Elektrobus.

Ljubljana wars 2016

Der Charme: gemütlich. Grünanlagen, der Fluss Ljubljanica und vier gut ausgeschilderte Themenradwege durchziehen die slowenische Hauptstadt. Jugendstilhäuser und die Gestaltung des Stadtarchitekten Josef Plečnik prägen ihr Bild.

Das Umweltengagement: Die riesige Fußgängerzone sperrt Privatautos aus dem Zentrum aus. Mobilität sichern dort 30 Stationen des Radverleihsystems „bicike(LJ)“ und die kleinen Elektrobusse „Kavalir“, die müde Fußgänger kostenlos mitnehmen.

Tipps: An der Uferpromenade spazieren, sich durch Sträßchen und Plätze treiben lassen und die vielen liebenswerten Details, Geschäfte und Gaststätten entdecken. Wie das „Cat Caffe“, wo Katzenliebhaber vierbeinige Gesellschaft finden. Oder die Biobäckerei „Pekarna osem“ mit den vielen Brotsorten – alle selbst gemacht und köstlich. In der „Druga violina“, einem Restaurant und Sozialprojekt am Stari trg, kochen und servieren Menschen mit Behinderung typisch slowenische Gerichte, etwa Buchweizeneintopf mit Steinpilzen – gut und günstig.

Christian Höller

www.visitljubljana.com/de

Foto: Jochen TackPicknick im Park: 95 Prozent der Einwohner in Essen laufen nur 300 Meter weit von der Haustür bis ins städtische Grün.

Essen ists 2017

Der Charme: erfinderisch. Die Stadt im Ruhrgebiet hat den Strukturwandel geschafft – von der Kohle- und Stahlstadt zur grünsten Stadt Nordrhein-Westfalens. Die allermeisten Essener haben es nicht weit bis zum nächsten Park: 95 Prozent leben nicht weiter als 300 Meter von städtischen Grünflächen entfernt.

Das Umweltengagement: Nach jahrzehntelangem  Verbot soll das Baden in der Ruhr, genauer am Baldeneysee, ab Mai wieder erlaubt werden. Bis 2020 will Essen seine CO2-Emissionen um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 verringern. Das Radnetz der Stadt soll – vor allem durch den RS1, den Radschnellweg durchs Ruhrgebiet – noch besser werden, damit der Radverkehr bis 2035 auf 25 Prozent wachsen und der Autoverkehr um 29 Prozent sinken kann.

Tipps: Essen hat als amtierende Grüne Hauptstadt Europas für dieses Jahr ein großes Programm auf die Beine gestellt. Mehr als als 300 Veranstaltungen, von Stadtspaziergängen und Radtouren über Workshops bis hin zu Festen, sollen die Besucher vom Engagement überzeugen.

Valeska Zepp

www.essengreen.capital/startseite_essen_egc.de.html

Nijmegen wirds 2018

Der Charme: niederländisch-locker. Die Stadtarchitektur ist ein buntes Gemisch aus Alt und Neu. In der Innenstadt findet man überall Holzsitzmöbel zum Ausruhen ohne Konsumzwang. An der Uferpromenade Waalkade befinden sich ein kleiner Hafen, ein Naturschutzgebiet und etliche Cafés mit Wintergärten.

Das Umweltengagement: Radfahrer willkommen! Überall sausen sie über die Straßen. Es gibt sogar eine Radtiefgarage und Schnellradwege. Die Innenstadt ist autofrei. Bis 2045 will Nijmegen CO2-neutral werden und für seine Klimaziele alle Einwohner mobilisieren. Eine Partizipationskarte markiert alle Projekte.

Tipps: Samstags riecht es nach Zimtwaffeln und Kibbeling. Die Stadt verwandelt sich in einen Markt mit Fisch- und Käsehändlern, Stoffverkäufern und einem eigenen Bereich für regionale Produkte und Biolebensmittel. „Van nature“ heißt ein Laden in der Innenstadt mit fairer Kleidung, Bioprodukten und einem veganen Bistro. Das „Open Slow“-Café bietet Besinnung inmitten des Gewusels und serviert saisonal-regionale Gerichte.    

Valeska Zepp

www.participatiekaart.nl/nijmegen

Die grünen Hauptstädte im Überblick

2010 Stockholm
2011 Hamburg
2012 Vitoria-Gasteiz
2013 Nantes
2014 Kopenhagen
2015 Bristol
2016 Ljubljana
2017 Essen
2018 Nijmegen

fairkehr 2/2017

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