fairkehr VCD-Magazin für Umwelt, Verkehr, Freizeit und Reisen

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Magazin 1/2016

Erschienen

Persönlich, fachlich und voller Bilder ist Michael Frömmings Buch „Niedersachsens große und kleine Strecken“. Der ehemalige Vorsitzender des VCD-Niedersachsen beschreibt und analysiert die letzten 30 Jahre der niedersächsischen Bahnpolitik und -geschichte. Schwerpunkte liegen dabei auf  der Entwicklung der regionalen Bahngesellschaften seit der Bahnreform von 1994 und auf dem Elbe-Weser-Dreieck. Im Fotokapitel des Buches nimmt Frömming den Leser mit auf eine Bahnreise durch Niedersachsen. Dabei zeigt er Bilder von längst stillgelegten Strecken, Sonderzügen und einzigartigen Lokomotiven und Wagons. Auch Persönliches kommt in Frömmings Buch nicht zu kurz. Wie aus dem kleinen Michael erst der Bahnfan und dann der Verkehrspolitiker wurde, beschreibt der Autor in kleinen Anekdoten.

Michael Frömming, Niedersachsens große und kleine Strecken, www.lautundgleise.de, 128 Seiten, 29,90 Euro.

Politik und Nachhaltigkeitsdenken schließen sich irgendwie aus: Während Politik kurzfristig auf Anerkennung schielt und in Legislaturperioden denkt, braucht Nachhaltigkeit langfristige Perpektiven und unpopuläre Entscheidungen. Reinhard Loske hat in Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft gearbeitet. Seine Gedanken zu einer „Politik der Zukunftsfähigkeit“ speisen sich aus den Erfahrungen, die er in all diesen Bereichen mit Entstehung und Umgang von Visionen gemacht hat. Seine Beobachtung: Innovative gesellschaftliche Veränderungen gehen meist nicht von der Politik aus, sondern entwickeln sich aus der Bevölkerung heraus – von unten nach oben. Loske geht diesen Bewegungen nach,  reflektiert, wie die Politik für eine gerechtere Gesellschaft aussehen müsste.

Reinhard Loske, Politik der Zukunftsfähigkeit – Konturen einer Nachhaltigkeitswende, fischer Verlag 2015, 12,99 Euro

Der Australier Tim Flannery ist nicht nur Umweltaktivist, sondern war von 2011 bis 2013 auch Vorsitzender der Australischen Klimakommission. Mit seinem populärwissenschaftlichen Buch „Wir Wettermacher“ regte er die Diskussion um den Klimawandel an. Nun hat er – pünktlich zur Klimakonferenz in Paris – ein weiteres Buch veröffentlicht. Darin geht er der Frage nach, ob und wie der Klimawandel durch technischen Fortschritt aufzuhalten ist. Gut lesbar fasst er den aktuellen Stand der Klimaforschung  zusammen, widmet sich dann der weltweiten Entwicklung bei Förderung und Nutzung der fossilen Energieträger Kohle, Öl und Gas und erörtert schließlich die Potenziale unterschiedlicher Lösungsansätze – von Geoengineering über intelligente Chemie, Biosphärenmanagement oder Kohlendioxidabscheidung. „Die Klimawende“ ist ein guter Überblick über den Stand der politischen Debatte und über den Stand der Technik. Wer bahnbrechende Lösungsansätze erwartet, wird allerdings enttäuscht.

Tim Flannery, Die Klimawende – wie wir mit neuen Technologien unsere Atmosphäre retten, fischer Verlag 2015, 16,99 Euro.

fairkehr 2/2019