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Magazin 1/2014

Viva la Vida

Der VCD Baden-Württemberg unterstützt das Projekt „Fahrräder für Afrika“ – und damit eine Radlehrerin aus Ghana.

Foto: Clemens RudolphDie Gewinnerinnen des Radrennens der Ghanaerin Vida (Mitte) gewinnen dieses Mal Räder, gestiftet von „Fahrräder für Afrika“.

Ghanas Hauptstadt Accra erlebt täglich den Verkehrskollaps. Zwei bis drei Stunden im Stau zu stehen, ist keine Seltenheit. Überhaupt bewegt man sich in Ghana lieber motorisiert als beispielsweise auf dem Fahrrad fort, erzählt Clemens Rudolph, Leiter des Projekts „Fahrräder für Afrika“, bei dem der VCD Baden-Württemberg seit vielen Jahren Schirmherr ist. Die Ghanaerin Vida will das Ansehen des Radfahrens ändern. Sie bringt Jugendliche aufs Fahrrad und sieht dabei nicht nur die Vorteile für jeden Einzelnen wie mehr Gesundheit und Fitness, sondern den Nutzen von mehr Radverkehr für die Gesellschaft.

Jedes Wochenende kommen Jungen und Mädchen aus der ländlichen Eastern Region zu Vida und trainieren auf Rädern, die „Fahrräder für Afrika“ gestiftet hat. An manchen Tagen stehen die Kinder schon früh morgens bei ihr vor der Tür und fragen „Mrs. Vida“, ob sie Rad fahren dürfen. Sie habe inzwischen schon etliche hundert Menschen auf den Sattel gebracht, so Clemens Rudolph: „Und das, obwohl sich auf den Dörfern noch immer Leute finden, die behaupten, dass Mädchen, die Rad fahren, ihre Fruchtbarkeit verlieren.“

Mehrmals jährlich veranstaltet Vida Fahrradrennen für die Jugendlichen – auf einem Fußballfeld in ihrem Wohnort Apeguso. Durch Apeguso führt nur eine geteerte Überlandstraße, motorisierte Fahrzeuge fahren oft viel zu dicht und schnell an Radlern vorbei, ­eigentlich kein Ort, um Radfahren zu lernen. Die Rennen sind trotzdem jedes Mal gut ­besucht – zuletzt das Mädchenrennen Mitte Dezember. „Am Ende erhielten nicht nur alle Teilnehmerinnen ein Zertifikat, sondern auch die Eltern – dafür, dass sie es ihren Töchtern ermöglicht haben, am Rennen teilzunehmen“, erzählt Rudolph, der vor Ort war. „Fahrräder für Afrika“ hat Vida dieses Jahr zum zweiten Mal etwa 150 Räder geschenkt, außerdem Werkzeug und Ersatzteile. Viele Fahrräder gibt Vida an Schulkinder, Bauern und Marktfrauen weiter.

Der VCD unterstützt das Projekt, weil es „Nachhaltigkeit und umweltfreundliche Mobilität gelungen miteinander verbindet“. Es biete Hilfe zur Selbsthilfe auf Augenhöhe an.

Das Projekt „Fahrräder für Afrika“ sucht Freiwillige mit Fahrradreparaturkentnissen, die für mindestens zwei Monate in Ghana helfen.

fairkehr 4/2017

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