Magazin 1/2008Warnung vor BiospritEuropäische Wissenschaftler bezweifeln den Nutzen der Biosprit-Förderung.
Bis zum Jahr 2020 soll Treibstoff in der EU mindestens zehn Prozent Biosprit beigemischt werden. Wissenschaftler bezweifeln, dass dieses Ziel und damit die Förderung von Biodiesel und -Ethanol dem Klima wirklich hilft. Ein interner Bericht der EU-Kommission stellt den europäischen Biosprit-Plänen ein vernichtendes Zeugnis aus. Es sei völlig unklar, ob das Ziel, bis 2020 zehn Prozent Biosprit beizumischen, weltweit überhaupt CO2-Emissionen senke, schreibt die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission. EU-Umweltkommissar Stavros Dimas sagte in einem Interview mit dem Londoner Telegraph: „Wir haben gesehen, dass die ökologischen und sozialen Probleme durch Biosprit größer sind als gedacht.“ Die britische Gelehrtengesellschaft Royal Society warnt in einer Studie, einige Arten von Biosprit verursachten mehr CO2 als herkömmlicher Kraftstoff aus Erdöl. So schade importierter Biodiesel aus südostasiatischem Palmöl dem Klima, weil für die Produktion Regenwald gerodet werde. Der 27-seitige Bericht der EU-Kommission schließt mit der Empfehlung, Biomasse dort einzusetzen, wo es am effizientesten möglich ist: nicht in den Verbrennungsmotoren von Autos, sondern in Kraft-Wärme-Kopplungs-Kraftwerken, die gleichzeitig Strom und Wärme produzieren. Die Wissenschaftler der Royal Society weisen darauf hin, dass zu einem nachhaltigen Verkehrssystem zusätzlich der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, effizientere Motoren und eine bessere Stadtplanung gehören, die Bürger zum Gehen und Radfahren ermuntern. Mehr Infos:
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