Service 6/2004RegenkleidungJacke wie HoseVielen Menschen genügt ein Regenschirm als Schutz gegen schlechtes Wetter. Wer aber viel und gerne draußen ist und sich seine Aktivitäten nicht vom Wetter diktieren lassen möchte, braucht eine gute Regenkombination. Testen Sie, welcher Regentyp Sie sind und welche Jacken und Hosen für Sie in Frage kommen.
Regenjacken und Regenhosen sollen vor Nässe schützen, egal, wo man ist und was man gerade unternehmen möchte. Ob Fahrradtour in Norwegen, Einkaufsbummel in Nürnberg oder Strandspaziergang an der Algarve – die Regenkombination soll trocken halten, die Bewegungsfreiheit nicht einschränken und dafür sorgen, dass der Regen einem nicht den Spaß an der geplanten Unternehmung verdirbt. Wer bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit gerne draußen ist, weiß aber, dass es nicht die eine Regenkombination für alle Fälle gibt. Und dass es sich lohnt, ein paar Euro mehr auszugeben, für den optimalen Schutz gegen Regen. Nordische KombinationWenn schon morgens abzusehen ist, dass es einen großen Teil des Tages regnen wird, und es außerdem ungemütlich kalt ist, hilft nur die „Nordische Kombination“: eine wasserfeste Jacke aus stabilem Stoff – vielleicht sogar mit warmem Innenfutter – und eine wasserfeste Hose, die die Beine trocken und warm hält. Diese Kleidungsstücke werden bei schlechtem Wetter auch mal den ganzen Tag getragen. Daher sollten Sie bequem und funktional sein – und nicht allzu exotisch aussehen. Dass die Regenjacke wasserfest sein muss, ist selbstverständlich. Hochwertige Allwetterjacken sind inzwischen ausnahmslos aus sogenannten atmungsaktiven Materialien. Diese Jacken haben – in die Außenschicht eingearbeitet – eine Membran mit Poren. Diese Poren sind kleiner als Wassertropfen, aber größer als die viel feineren Bestandteile des Wasserdampfs. Sie lassen also kein Regenwasser nach innen, aber feuchte Wärme nach außen durch. Schwitzt der Jackenträger aber stark – zum Beispiel beim Sport – oder ist es außen viel kälter als in der Jacke, kondensiert der Dampf an der Jackeninnenschicht zu Wasser und passt nicht mehr durch die feinen Poren. Auch von der besten Membran sollte man hier also keine Wunder erwarten. Zweiteilige Allwetterjacken haben neben der wasserfesten Außenjacke noch ein Einziehfleece, das als Futter dient und meist auch als eigenständige Jacke zu tragen ist. Die Innenjacken sind unterschiedlich dick und unterschiedlich geschnitten. Als Jackenfutter halten sie warm und nehmen entstehende Feuchtigkeit auf. Für besonders Wärmebedürftige gibt es auch leichte daunen- oder kunstfaserwattierte Innenjacken. Die Länge der Ärmel muss stimmen. Wer mit der Regenjacke viel Rad fahren möchte, sollte beim Kauf darauf achten, dass die Ärmel auch bei ausgestrecktem Arm noch bis auf den Handrücken reichen. Viele Jacken haben praktische, mit Klettbändern verstellbare Armbündchen. Einige Jacken haben Unterarmreißverschlüsse zur besseren Belüftung. Wie lang eine Jacke sein muss, hängt entscheidend davon ab, ob sie Teil einer Jacken-Hosen-Kombination ist oder meist ohne Regenhose getragen wird. Im letzteren Fall sollte die Jacke so lang sein, dass sie auch beim Radfahren Hüften und Po vor Regen schützt. Kurze Jacken sind meist figurbetonter geschnitten und wirken dadurch modischer. Einen sinnvollen Regen- und Kälteschutz bieten sie aber nur zusammen mit einer entsprechenden Hose. Einige kurz geschnittene Jacken haben im Innenfutter unsichtbar einen Gummibund, der kalte Luft aussperrt. Der schwächste Punkt bei vielen Jacken ist die Kapuze, deren Funktionalität vor allem beim Radfahren überlebenswichtig sein kann. Sie muss eng am Kopf anliegen, da sie sonst den Blick zur Seite und nach hinten behindert. Dafür muss sie sowohl seitlich als auch am Hinterkopf verstellbar sein. Bei speziellen Radjacken ist das inzwischen üblich, bei Multifunktionsjacken leider nicht. Ein vorgezogenes, steifes Kapuzenschild zum Schutz der Stirn ist sinnvoll, kann aber, wenn es zu tief ins Gesicht hängt, ebenfalls den Blick behindern. Wer häufig einen Rucksack trägt, sollte auf einen robusten Stoff und verstärkte Schulterbereiche achten. Bei den hochwertigen Jacken der Trekkingausrüster gehört das zum Standard. Bei Radbekleidung ist ein verstärkter Schulterbereich unüblich. Ein weiteres wichtiges Detail: Die Regenjacke sollte genügend Taschen haben, um Geldbeutel, Sonnenbrille, Schlüssel und Handy – aber auch eine Landkarte – trocken, aber gut erreichbar aufbewahren zu können. Alle Reißverschlüsse müssen mit einer Lasche abgedeckt sein, um kein Wasser durchzulassen. Viele Hersteller sichern diese Abdeckungen extra noch einmal mit Klettverschlüssen. Das ist sinnvoll als Schutz gegen Regenwasser (Ausnahme: wasserdichte Reißverschlüsse!). Wenn man aber oft an Schlüssel oder Geldbeutel muss, kann der Klettverschluss schon mal nerven. Das zweite Problem bei Klettverschlüssen: Wolle und Klettverschlüsse vertragen sich nicht. Wer gerne Wollpullis oder -schals trägt, sollte beim Jackenkauf darauf achten, dass die Klettverschlüsse möglichst klein und etwas zurückgesetzt sind. Zweiteilige Allwetterjacken gibt es von allen
bekannten Outdoor-Ausrüstern. Ein Beispiel:
Feste Allwetterjacken ohne Innenfleece sind
zum Beispiel:
Die RegenhoseEine Regenhose kauft man seltener als eine Regenjacke. Deswegen ist es hier noch wichtiger als bei der Jacke, auf funktionelle Details zu achten. An einem richtigen Schlechtwettertag ist die Regenhose der optimale Schutz gegen Kälte und Regen. Das gilt für den Outdoorurlaub in Norwegen genauso wie für den längeren Weg zur Arbeit. Die Outdoor-Regenhose aus festerem Stoff trägt man nur unter extremen Bedingungen wie Dauerregen, einer Kombination aus Kälte und Regen oder stundenlangem Draußensein bei schlechtem Wetter. Daher ist schnelles An- und Ausziehen weniger wichtig als Funktionalität, Wasserfestigkeit und Kälteschutz.
Die Regenhose muss bequem sitzen, im Bund verstellbar und an den Oberschenkeln nicht zu eng und nicht zu weit sein. Da man beim An- und Ausziehen in der Regel die Schuhe anbehält, sollte die Hose unbedingt einen seitlichen Reißverschluss haben – am besten über die ganze Beinlänge. Der muss, wenn er nicht wasserfest ist, natürlich abgedeckt sein. Außerdem ist es wichtig, dass die Hose lang genug ist und bis auf die Schuhe hinunter reicht. Um zu verhindern, dass der Regen in die Schuhe läuft, muss die Hose am Knöchel etwas ausgestellt sein. Sinnvoll sind verstellbare Klettbündchen, die die optimale Anpassung ermöglichen und verhindern, dass die Hose in die Fahrradkette gerät. Radprofis tragen zusätzlich wasserfeste Schuhe aus Neopren, um die Füße warm und trocken zu halten. Außerdem gibt es in Fahrradläden „Füßlinge“ aus Gore-tex, die über die Schuhe und unter die Regenhose gezogen werden. Allwetterhosen:
In die Tasche gestecktIm Gegensatz zu den Allwetterjacken sind die meisten Regenjacken nicht dafür gedacht, rund um die Uhr getragen zu werden. Solange man sie nicht braucht, können sie unsichtbar in der Tasche oder im Rucksack versteckt sein und nur bei Bedarf ihre schützenden Fähigkeiten entfalten. Diese Jacken-Hosen-Kombinationen sind als Schutzschicht zum Drüberziehen gedacht. Sobald der Regen aufhört, verschwinden sie wieder. Daher sind – mal abgesehen von der Wasserfestigkeit – die Ansprüche an diese Regenschichten deutlich geringer als an die Allwetterjacken. Das gilt sowohl für den modischen als auch für den funktionalen Aspekt. Dennoch: Wer im verregneten Italienurlaub mehrere Tage auf die Notfallregenkombination angewiesen war, weiß, dass sich genaues Hinschauen beim Kauf auch hier auszahlt.
Wenn die Jacken immer mit dabei sein sollen, müssen sie leicht und klein verpackbar sein. Dennoch sollten sie eher weiter und länger geschnitten sein als eine Allwetterjacke, da sie auch mal übers Jacket oder über einen dicken Pulli gezogen werden. Wenn die Jacke auch beim Radfahren getragen wird, lohnt es sich, bei der Kapuze auf den richtigen Sitz und die Verstellbarkeit zu achten. Leichte Regenjacke:
Die Hose muss, wenn die ersten Tropfen fallen, ganz einfach und schnell anzuziehen sein, sonst hat sie ihren Zweck verfehlt und bleibt im Ernstfall doch in der Tasche. Auch hier gilt: Am einfachsten sind die Regenhosen anzuziehen, die beidseitig durchgehende Reißverschlüsse haben, da der Schuh nicht mühsam durchs enge Bein muss. Leichte Regenhose:
Regenschutz beim SportEbenfalls leicht und gut komprimierbar, aber für die speziellen Bedürfnisse von Sportlern optimiert, sind Regenkombinationen für Läufer und Radfahrer. Diese Kleidungsstücke sind sehr leicht und deutlich enger geschnitten als normale Regenjacken und -hosen, da sie nicht über der Alltagskleidung getragen werden. Bei den Sportregenjacken besteht der höchste Anspruch an Atmungsaktivität. Allerdings weist zum Beispiel der Hersteller von Gore-tex-Membranen darauf hin, dass selbst die leistungsfähigste Membran nicht so viel Schwitzflüssigkeit abtransportieren kann, wie beim Sport entsteht. Ein dünnes Netzfutter verhindert, dass die nasse Jacke unangenehm auf der Haut klebt. Wichtiges Detail: Wer auch mal im Dunkeln läuft oder Rad fährt, wird viel besser gesehen, wenn Reflektorstreifen an Jacke und Hosenbeinen sind. Regenkleidung für Radfahrer zum
Beispiel:
Regenjacken für Läufer zum
Beispiel:
Modische RegenjackenWer auch an Regentagen eine gute Figur machen möchte, muss beim Anprobieren auf den passenden Schnitt und die richtige Farbkombination achten. Da sich viele Outdoorfirmen auch als Modeproduzenten verstehen, gibt es im gut sortierten Fachhandel auch schicke Jacken und Hosen. Die Modefarbe Orange dominiert neben Neongrün auch in der kommenden Saison. Wer es dezenter mag, findet in diesem Jahr viel schwarz und taubenblau. Die Faustregel ist allerdings: Schickes Design hat genauso seinen Preis wie beste Materialien und höchste Funktionalität. Wer also Wert auf gute Qualität und gutes Aussehen legt, muss teuer kaufen. Regine Gwinner
|
||||||||||||||||