Auf dem Weg in die Zukunft

Mit einer gelungenen Testfahrt beweist VW, dass eine enorme Reduzierung des Spritverbrauchs keine Utopie mehr ist.

 

Foto: VW

Regen und reger Verkehr standen einem durchschnittlichen Verbrauch von weniger als einem Liter nicht im Wege.

 

In einem futuristischen Zweisitzer reiste VW Chef Ferdinand Piech am 15. April 2002 zur Hauptversammlung der VW AG nach Hamburg – ein spektakuläres Ende für seine Dienstzeit. Tatsächlich verbrauchte der eigens entwickelte Ein-Zylinder-Dieselmotor auf der 230 Kilometer langen Strecke von Wolfsburg nach Hamburg im Schnitt nur 0,89 Liter Diesel.

VCD-Verkehrsreferent Gerd Lottsiepen begrüßte die Aktion. Das 1-Liter-Modell weise den richtigen Weg in die Zukunft. Es zeige, dass enorme technische Innovationen möglich seien und dass das Einsparpotential beim Spritverbrauch lange noch nicht ausgeschöpft sei. Bei der Entwicklung des Prototypen standen die Minimierung aller Fahrwiderstände durch Leichtbau und Aerodynamik im Vordergrund. Dank High-tech-Materialien wie glasfaserverstärktem Kunststoff, Magnesium und Titan wiegt der Zweisitzer zudem nur 290 Kilogramm. Zum Vergleich: Der 3-Liter-Lupo wiegt rund 850 Kilogramm.

Bei allem Ehrgeiz, die 1-Liter-Grenze zu unterschreiten, wurde auch der Sicherheitsaspekt nicht außer Acht gelassen. Der Prototyp des VW L1 genügt den aktuellen Sicherheitsstandards – alles in allem gute Voraussetzungen für die Serienproduktion.

Die wird es jedoch erst einmal nicht geben. Lottsiepen ist dennoch zuversichtlich. Er sieht für VW nun die Möglichkeit, die neu erprobten Technologien auch in die Massenproduktion gängiger Modelle einfließen zu lassen. „Der Weltmarkt wartet auf einen verbrauchsarmen Zweisitzer, deutlich unter 10000 Euro, der dann auch zunächst 1,5 Liter verbrauchen darf.“

Hintergrundinfos in: Alexander Dauensteiner: Der Weg zum Ein-Liter-Auto, Berlin 2001, Preis: 74,95 Euro

 


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