Zum Nachlesen und Nachkochen

 

Eher ein Lese- als ein Kochbuch ist das Werk des zum Öko-Landwirt konvertierten ehemaligen Fleischkonzernbesitzers Karl Ludwig Schweisfurth. Liebevoll gemacht, mit schönen Fotos, informativen Texten zur Lebensmittelkunde und stilvollen Kochvorschlägen, ist es ein Bekenntnis zur hohen Kunst des reinen, einfachen Lebens. Rezepte und Zubereitungsempfehlungen sind eher für besondere Gelegenheiten gedacht und beweisen eindrucksvoll, dass ökologisch hergestellte Lebensmittel sich hervorragend mit einer anspruchsvollen Küche verbinden.

Karl Ludwig Schweisfurth: Pures Leben. Die Gaben der Natur genießen, Wilhelm Heyne Verlag 2001, 240 Seiten, 25 Euro

Milchlammschulter
auf mediterrane Art
(4 Personen)

8 kleine neue Kartoffeln
2 Fenchelknollen
2 Möhren
1 kleine Sellerieknolle
2–3 EL Olivenöl
4 Tomaten
2 Knoblauchknollen
1–2 Milchlammschultern
Salz, frisch gemahlenen Pfeffer
1 l Fleisch- oder Gemüsebrühe
1 Rosmarinzweig
2 Lorbeerblätter

1. Kartoffeln und Fenchel waschen. Möhren und Sellerie schälen. Alles putzen und vierteln.

2. Backofen auf 160° C vorheizen. Olivenöl in einem Bräter aus Gusseisen erhitzen. Die Lammschulter mit Salz und Pfeffer würzen und in dem Öl rundherum goldgelb anbraten. Das Fleisch herausnehmen, Fenchel, Möhren und Sellerie in den Bräter geben und hellbraun rösten. Tomaten vom Strunk befreien, Knoblauch halbieren und beides zum Gemüse geben. 100 ml Brühe angießen und bei starker Hitze fast völlig reduzieren. Die restliche Brühe angießen. Kartoffeln und Fleisch in den Bräter geben.

3. Alles 40–50 Minuten offen garen, dabei immer wieder beschöpfen. Nach der Hälfte der Garzeit Rosmarin und Lorbeerblätter hinzufügen.

4. Das fertige Fleisch mit einem Messer vom Knochen lösen und zusammen mit Gemüse und Sauce auf vorgewärmten Tellern anrichten.



 

Schon wieder Kohl, denkt manch ein Anhänger der saisonalen Küche, wenn der deutsche Winter sich allzu lange hinzieht. Das „Kochbuch für Winter und Frühjahr – einfach buono“ beweist, dass Langeweile auch in der konsequentesten Saison-Küche nichts zu suchen hat. Neben leckeren Kochtipps für bekannte Wintergemüse wie Lauch, Sellerie, Spinat, Kraut oder Rote Rüben finden experimentierfreudige Köche und Köchinnen Rezepte für Topinambur, Pastinaken, Steckrüben oder Zuckerhut. Auch Beilagen wie Polenta, Bulgur oder Emmer bereichern die Küche in der kalten Jahreszeit. Die meisten Rezepte sind alltagstauglich. Amüsant und lehrreich sind die kurzen Anmerkungen des Autors und Bio-Gärtnereibesitzers zu Gemüse- und Getreidesorten. Zum Thema Polenta schreibt er: „Da in unserem Wissens- und Informationszeitalter sowieso kein Mensch einen Nerv zum aufwändigen Kochen mehr hat, entspricht die Polenta perfekt den intellektuellen Herausforderungen einer modernen Küche. Sie ist leicht anzurühren, und man kann eigentlich nichts falsch machen.“

Franz Leutner: einfach buono! Ein Gemüsekochbuch für Winter und Frühjahr, Dorfen 2001, 192 Seiten, schwarz-weiß, 15,30 Euro

Polenta

300 g Maisgrieß
Salz
ca. 1,5 l Wasser

Maisgrieß unter Rühren in das kochende Salzwasser einstreuen und bei wenig Hitze in etwa 1/2 Stunde zu einem weichen Brei kochen. Immer wieder umrühren.

Dazu schmecken: Pastinaken-Rouladen, Weisskrautauflauf, Fleisch- oder Gemüseragout
Kalte Polenta kann man überbacken und in Scheiben geschnitten grillen, frittieren oder rösten.





Warum in die Ferne schweifen? – Mit dem zweibändigen Ratgeber „Gemüse à la Saison“ will die Verbraucherzentrale den Blick darauf lenken, was es an heimischen Gemüsesorten gibt und wann sie Saison haben. Über vierzig Gemüse inklusive Löwenzahn, Rübstiel und Sprossen werden in dem Band „Gemüseportraits“ vorgestellt, eine Jahresübersicht vermittelt auf einen Blick, wann es was auf dem Markt zu kaufen gibt, und Nährstofftabellen zeigen eindrucksvoll, wie reich diese Gemüse an Vitaminen und Mineralstoffen sind. Im Band „Rezepte rund ums Jahr“ werden in rund 300 Rezepten vielfältige Zubereitungsmöglichkeiten und Variationen von heimischem Saisongemüse präsentiert, von der Rohkost über Suppen, Backofengerichte und Salate bis hin zum Kuchen oder zur Gemüsebowle.

Verbraucher-Zentrale (Hrsg.): Gemüse à la Saison, Düsseldorf 1997, 12,78 Euro

Sprossenpuffer
(für 4 Personen)

8 EL Mungobohnensprossen („Soja“)
1 Zwiebel
3 EL Weizenvollkornmehl
2 Eier
1 EL Kräuter, gehackt (nach Wunsch)
Pfeffer, Jodsalz
Pflanzenöl (zum Braten)

Die Mungobohnensprossen gut abbrausen, eventuell etwas klein schneiden. Die Zwiebel schälen und fein hacken. Eier und Mehl kräftig verschlagen, würzen. Sprossen, Zwiebelwürfel und Kräuter unterrühren, würzen. Das Öl erhitzen, etwas Teig hineingeben und etwa handtellergroße Puffer auf beiden Seiten goldgelb braten. Dazu passt: Kräuterquark, Räucherlachs, Zwiebelrelish, Apfelmus oder sonstiges Kompott.





Vincent Klink gehört zu den Köchen in Deutschland, die nicht nur hervorragend kochen, sondern sich auch Gedanken über die Bedeutung des Essens machen. Daher ist das offizielle Begleitbuch der Südwestrundfunk-Serie „Koch-Kunst mit Klink“ mehr als ein reines Kochbuch. Neben einer Auswahl von Klinks Lieblingsrezepten enthält es zahlreiche Tipps, Anregungen und viele anekdotische und philosophische Anmerkungen von der „Kunst, Gäste zu bewirten“ über die „Kunst des richtigen Einkaufens“ bis zur „Kunst, ein Land mit der Zunge zu erkunden“.

Vincent Klink, Hans Albert Stechl, Felicitas Wehnert: Koch-Kunst mit Vincent Klink, Begleitbuch zur Südwestfunk – Fernsehserie Ratgeberzeit, Braun 1998, 96 S., 15,50 Euro

Spaghetti mit Tomaten und Parmesan
(für 4 Personen)

500 g Spaghetti
500 g reife Tomaten
1 feingehackte Schalotte
1 Knoblauchzehe, zerdrückt
2 EL Olivenöl oder 1 EL Butter
300 g Parmesan, möglichst die Qualitätsstufe „Reggiano“
frischer Basilikum

Tomaten vierteln. Schalotten mit Olivenöl – und etwas später – mit dem Knoblauch leicht anschwitzen und sofort die Tomaten dazu geben. Mit Pfeffer und Salz abschmecken. Leicht weiterköcheln lassen, bis sich die Tomaten aufzulösen beginnen.
Spaghetti im kochenden Wasser garen. Anschließend die Spaghetti in eine vorgewärmte Schüssel geben und die geschmolzenen Tomaten in der Mitte anrichten.





Was kann man noch essen bei all den Lebensmittelskandalen der letzten Jahre? Das Lese- und Kochbuch „Natural Basics“ hilft mit unterhaltsam präsentierten Fakten, die Entwicklungen auf dem Lebensmittelmarkt zu bewerten. Was ist dran an den Skandalen um Fleisch, Wurst und Fisch? Welches Brot darf es sein? Wann lohnt sich öko? Was muss man beim Einkaufen beachten? Mit Humor und Argumenten machen die Autoren Lust auf gute Lebensmittel und eine fantasievolle Küche. Ein schön gemachter Rezepteteil, der von selbstgemachter Marmelade bis Sushi reicht, animiert dazu, die Theorie sofort in die Praxis umzusetzen.

Friedrich Bohlmann, Martina Kittler: Natural Basics.
Alles, was man zum guten Essen und echten Leben braucht, Gräfe und Unzer 2001, 168 S.,15 Euro

Kalbsröllchen mit Spinat
(für 4 Personen)

4 Kalbsschnitzel à 125 g
Salz, Pfeffer aus der Mühle
250 g Blattspinat
4 getrocknete Tomaten
100 g Frischkäse
2 EL geriebener Parmesan
1 EL Olivenöl
1 EL Butter
1/4 l Kalbsfond
125 g Sahne

1. Kalbsschnitzel auf dem Tisch sehr dünn ausstreichen, in zwei gleich große Stücke schneiden und beidseitig salzen und pfeffern.

2. Ein Liter Salzwasser zum Kochen bringen. Spinat waschen und 30 Sekunden abkochen. Dann abgießen, kalt abschrecken, abtropfen lassen und leicht ausdrücken.

3. Tomaten in feine Streifen schneiden. Fleisch mit Frischkäse bestreichen, mit Spinat belegen. Tomatenstreifen darauf verteilen und mit 1/2 EL Parmesan bestreuen. Zu kleinen Rouladen rollen und mit einem Holzspieß feststecken.

4. Olivenöl und Butter in einer Pfanne zischend heiß machen. Die Kalbfleischröllchen bei starker Hitze rundherum etwa 2 Minuten goldbraun braten. Fond dazuschütten, aufkochen, Deckel drauf und die Röllchen bei schwacher bis mittlerer Hitze 10 bis 12 Minuten schmoren. Auf einen Teller legen und mit Alufolie abdecken.

5. Für die Sauce: Sahne in die Pfanne gießen, aufkochen und ca. 8 Minuten einköcheln lassen. Mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Dazu schmecken: Tagliatelle, Röstkartoffeln, Reis und Salate.


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